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P&R Container-Insolvenz: Komplette deutsche Seite pleite – Schadensersatz?

Rechtstipp vom 08.05.2018
(8)
Rechtstipp vom 08.05.2018
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06.05.2018: Wie u. a. das Manager Magazin mitteilt, ist mit zwei weiteren Gesellschaften zwischenzeitlich der gesamte deutsche Teil der P & R Container–Unternehmensgruppe in die Insolvenz gerutscht. Bei den bis Ende April noch nicht zahlungsunfähigen Unternehmen handele es sich um die in Grünwald bei München ansässigen Firmen P&R Transport-Container GmbH und die P & R AG. Dies habe die Münchner Anwaltskanzlei Jaffé mitgeteilt und bestätigt. Die dortigen Rechtsanwälte Michael Jaffé sowie Philip Heinke betreuen als vorläufige Insolvenzverwalter bereits die P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, die P & R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie die P & R Container Leasing GmbH.

Schlechte News für Container-Anleger

Die P&R AG als Management- und Dienstleistungsgesellschaft war im Wesentlichen in den Bereichen EDV und Marketing aktiv, wohingegen die P & R Transport-Container GmbH wie auch die bereits im März in die Pleite geschipperten Gesellschaften für den Vertrieb der Container zuständig war. Offensichtlich rekrutierte sich hier die Kundschaft allerdings weit überwiegend aus Anlegern ebendieser vorgenannten Gesellschaften. Zur Stunde noch unberührt vom abgründigen Insolvenzstrudel scheint der schweizerische Teil der Unternehmensgruppe. Bereits Mitte März hatten wir über den sich anbahnenden Anlage-Megaskandal berichtet.

Weitere 400 Millionen im Feuer

Knapp 15.000 Anleger hatten über die Container-Angebote in etwa 400 Millionen € bei der P&R Transport-Container GmbH investiert. Damit erhöhe sich die möglicherweise zu erwartende gesamte Schadenssumme auf gigantische 3,5 Milliarden € – was einen absoluten Rekord bedeuten würde. Nach wie vor gänzlich im Nebel scheinen die komplizierten Finanzverhältnisse innerhalb des Unternehmenskonglomerates zu sein. Nicht nur Insolvenzverwalter Jaffé berichte laut Manager Magazin über unklare Zahlungsströme im dreistelligen Millionenbereich zwischen den einzelnen Firmen. Angesichts der gigantischen Dimensionen dürften sich möglicherweise auch die Behörden für eventuell strafrechtlich relevante Sachstände im Umfeld der P & R Container-Gruppe interessieren.

Ungeklärte Zahlungsströme/Gelder verschoben?

Unterdessen beschäftigt sich auch die Süddeutsche Zeitung erneut mit dem Container-Anlage-Desaster. Mindestens im Raume steht die Vermutung, dass möglicherweise ein Teil der rund 1,2 Millionen Container, die eigentlich im Bestand von P & R sein sollten, überhaupt nicht existierten. Das Blatt verweist auf einen aktuellen Zwischenbericht von Insolvenzverwalter Jaffé, der nahelege, dass tatsächlich in den vergangenen Jahren sich im Eigentum der Anleger befindliche Container verkauft wurden, um Unterdeckungen bei Mieten und Rückzahlungen auszugleichen. Zeitweise hätten nämlich die Marktpreise für Gebrauchtcontainer nur mehr bei etwa der Hälfte der zugesagten Rückkaufsummen gelegen.

Abflüsse über schweizerische P & R Equipment & Finance?

Der im beschaulichen Schweizer Zug ansässige Teil der P & R Container-Gruppe, die P & R Equipment & Finance, rücke nun mehr und mehr in den Fokus der Betrachtungen. Im Grundsatz für Einkauf und Vermietung von Containern für die Kunden der deutschen Seite zuständig, hätten die diesbezüglichen Investitionen hier trotz massiver Umsatzausweitungen in den Jahren 2015 und 2016 einen regelrechten Einbruch erlebt. Überdies sähen sich die geprellten Investoren nun abseitig von den Fragen, ob ihnen Gebrauchtcontainer als neu verkauft wurden oder sie effektiv überhaupt keine Container besäßen, mit weiterhin irritierenden News konfrontiert: Die Rede ist hier von einer zusätzlichen Steuerparadies-Zweckgesellschaft auf den Bermuda-Inseln namens MC Holdings Ltd., eigens für die Container–Pleite-Gruppe durch die einschlägig bekannte Kanzlei Appleby installiert.

Drohen Steuerrückzahlungen für Container-Anleger?

Die Süddeutsche Zeitung verweist nun auf ein mögliches weiteres Problem, mit dem sich die geschundenen Anleger eventuell zusätzlich herumschlagen müssen: Die Eigentumsfrage in Bezug auf die einzelnen Container könnte theoretisch nämlich eine Steuerrückzahlungspflicht für die Investoren begründen. Da Pauschalen für die Abnutzung der Container in den vergangenen Jahren von der Steuerlast absetzbar waren, könnte ein drohender Rechtsstreit über die Eigentumsverhältnisse zwischen den deutschen P&R-Gesellschaften, der schweizerischen Seite sowie den Anlegern noch für erhebliche zusätzliche Belastungen sorgen. ADWUS Rechtsanwälte prüfen zwischenzeitlich die weitere Vorgehensweise im Sinne unserer umfangreichen Mandantschaft.

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ADWUS Rechtsanwälte wurden im Jahr 2003 als Kanzlei Wittmann & Schmitt Rechtsanwälte gegründet und im Rahmen der Expansion im Jahr 2015 in ADWUS Rechtsanwälte umfirmiert.

Die Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit der seit 2003 bestehenden Kanzlei liegen in den Bereichen des Wirtschaftsrechts, insbesondere des Bank- und Kapitalmarktrechts. ADWUS Rechtsanwälte führen auf diesen Gebieten ständig mehrere hundert Verfahren. Hierbei vertritt die Kanzlei sowohl Anleger als auch Emittenten von Kapitalanlagen. Aufgrund der umfangreichen und langjährigen Erfahrung auf diesen Tätigkeitsfeldern verfügen ADWUS Rechtsanwälte über qualifizierte Sachkenntnisse und aber auch die technischen Ressourcen, sogenannte Massen- oder Sammelverfahren zu führen. Weitergehende Informationen zu allen aktuellen Fällen finden Sie auf unserer Internetpräsenz unter „Rechtsgebiete“ – „Bank- und Kapitalmarktrecht“.

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