Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

P&R Container-Insolvenz: Rückkauf von Schrott- und Phantom-Containern?

(8)

15.05.2018: Erneut beschäftigt sich das Handelsblatt in einem längeren Artikel mit der gigantischen Pleite rund um die P&R Container-Gruppe, München. Wie seit geraumer Zeit bereits aus unterschiedlichen Richtungen befürchtet, muss wohl von einem vollständigen Chaos mindestens innerhalb der vergangenen Monate und Jahre hinsichtlich Buchhaltung und Organisation ausgegangen werden. Mindestens naheliegend ist hier der Verdacht auf Vorsatz mit dem Ziel der Vernebelung und Vertuschung, um vorsichtig zu formulieren. Wir hatten bereits im März und auch hier über das Desaster berichtet.

Keine Zertifikate für P&R Container

Bei genauerer Prüfung in einer Vielzahl von Fällen habe sich herausgestellt, dass zunächst konstatiert werden müsse, dass die überwiegende Mehrheit der Investoren keinerlei Zertifikate mit Einzelnachweisen für ihre jeweiligen Container von P&R erhalten hatten. Erst auf besondere Nachfrage hin seien üblicherweise wohl entsprechende Papiere erstellt und ausgehändigt worden. Im Zuge umfangreicher Stichproben stelle sich allerdings nunmehr heraus, dass jedenfalls bei einer Vielzahl der aktuell untersuchten Zertifikate jeweils die letzte Prüfziffer fehle.

Mietzahlung und Auszahlung für Phantom-Container?

Das Handelsblatt führt nun eine Reihe nachprüfbarer Transaktionen an: In den Jahren 2012 bis 2016 waren hier Anlegern jeweilig gebrauchte oder gar bereits am Ende ihrer Lebenszeit angelangte Container als Neuware verkauft worden. In weiteren belegbaren Fällen lässt sich eine Verschrottung der Transportbehälter bereits vor dem Zeitpunkt des Verkaufs an den Investor nachweisen – oder ein tatsächlicher Verbleib angeblich existierender Container überhaupt nicht belegen. Vollkommen in die Absurdität entgleitet die Nachforschung bei Containern, die zum Verkaufszeitpunkt überhaupt noch nicht produziert waren.

Schwierigkeiten – Thema im Diskussionsforum

Unterdessen kommen immer neue Details über den Finanzdschungel innerhalb der Unternehmensgruppe ans Tageslicht. Ungeklärt bleiben aber nach wie vor die Gründe für Verbindlichkeiten respektive Schulden der einzelnen Firmen untereinander in dreistelliger Millionenhöhe. So habe die Schweizer Containerverwaltung Außenstände gegenüber der P&R Transportcontainer GmbH in Höhe von rund 320 Millionen €, während diese wiederum eine nahezu identische Summe an die P&R Vertriebs- und Verwaltungs GmbH transferiert habe.

Elende Erfahrungen – Schadensersatz für Phantom-Container?

Ganz besonders bitter dürften den betroffenen Investoren Berichte über hoch zweistellige Millionensummen aufstoßen, die das verantwortliche Spitzenpersonal sich jeweilig in den vergangenen Jahren als Aufwandsentschädigung für die geleistete „Arbeit“ genehmigte. Insbesondere die Einkünfte des medienscheuen Unternehmensgründers, der grauen Eminenz Heinz Roth, dürften die jährlichen Aufwandsentschädigungen sämtlicher DAX-Vorstandsvorsitzenden die vergangenen Jahre hinweg bei weitem übertroffen haben.

Wo ist mein Container?

In Summe müssten eigentlich 1,25 Millionen Container irgendwo auf den Weltmeeren oder in Häfen als Eigentum der geprellten Kleinanleger unterwegs sein. Da allerdings die weit überwiegende Mehrheit der Investoren keinerlei detaillierte Nachweise über die jeweilig von ihnen gekauften und bezahlten Transportbehältnis besitzen, ist von einer äußerst mühseligen und langwierigen Suche und Aufklärungsarbeit auszugehen. Zwischenzeitlich bereiten ADWUS Rechtsanwälte im Auftrag unserer umfangreichen Mandantschaft Klagen gegen das verantwortlich handelnde Personal vor, namentlich gegen die Herren Heinz Roth und Martin Ebben.

ADWUS Rechtsanwälte – Kompetenz und Expertise

ADWUS Rechtsanwälte wurden im Jahre 2003 als Kanzlei Wittmann & Schmitt Rechtsanwälte gegründet und im Rahmen der Expansion im Jahre 2015 in ADWUS Rechtsanwälte umfirmiert.

Die Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit der seit 2003 bestehenden Kanzlei liegen in den Bereichen des Wirtschaftsrechts, insbesondere des Bank- und Kapitalmarktrechts. ADWUS Rechtsanwälte führen auf diesen Gebieten ständig mehrere hundert Verfahren. Hierbei vertritt die Kanzlei sowohl Anleger als auch Emittenten von Kapitalanlagen. Aufgrund der umfangreichen und langjährigen Erfahrung auf diesen Tätigkeitsfeldern verfügen ADWUS Rechtsanwälte über qualifizierte Sachkenntnisse und aber auch die technischen Ressourcen, sogenannte Massen- oder Sammelverfahren zu führen. Weitergehende Informationen zu allen aktuellen Fällen finden Sie auf unserer Internetpräsenz unter „Rechtsgebiete“ – „Bank- und Kapitalmarktrecht“.

Kompetenz, Expertise, faire und transparente Kosten

Wir stehen mit unserem bundesweit tätigen Unternehmen für ausgewiesene fachliche Kompetenz und langjährig erworbene Expertise und setzen uns mit Erfahrung und Leidenschaft dafür ein, Ihre Interessen und Rechte bestmöglich zu vertreten.

ADWUS Rechtsanwälte sind auch am Wochenende und an Feiertagen für Sie erreichbar und stehen für faire und transparente Kosten.


Rechtstipp vom 16.05.2018
aus der Themenwelt Unternehmensinsolvenz und den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann (ADWUS Rechtsanwälte)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.