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Praxistipp Verkehrsunfall: Recht zur Auswahl eines Gutachters – Geschädigter oder Versicherung?

(1)

Sachverhalt:

Mein Mandant war an einem gesetzlichen Feiertag in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Ein Fahrzeug war bei Rot in die Kreuzung eingefahren und mit dem Fahrzeug meines Mandanten kollidiert. Während man auf die Polizei und den Rettungswagen wartete, entschuldigte sich der Unfallgegner. Später reichte er meinem Mandanten sein Mobiltelefon, es meldete sich ein Mitarbeiter der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers, der meinen Mandanten fragte, ob man einen Sachverständigen zur Begutachtung des Fahrzeugs rausschicken solle. Für meinen Mandanten war dies sein erster Verkehrsunfall und weil er noch unter Schmerzen litt, stimmte er einfach zu. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, fragte er sich allerdings, ob es nicht besser gewesen wäre, den Sachverständigen selbst auszusuchen.

Antwort:

Die Frage des Mandanten ist nachdrücklich mit Ja zu beantworten. Der Geschädigte hat das Recht, selbst einen Sachverständigen auszusuchen und mit der Anfertigung des Gutachtens zu beauftragen. Aufgrund meiner Erfahrungen rate ich unbedingt dazu, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Was auf den ersten Augenblick wie eine Erleichterung für den Geschädigten wirkt und immer wieder sogar als Serviceleistung angepriesen wird, ist genau genommen das Gegenteil. Die gegnerische Versicherung versucht die Kontrolle zu erlangen und somit die Schadenersatzzahlung.

(Hinweis: Bitte verwechseln Sie die o. g. Fragestellung nicht mit der Frage, ob die Versicherung das Recht hat, einen eigenen Sachverständigen zu Begutachtung zu beauftragen. Dieses Recht steht der Versicherung selbstverständlich zu, sie darf zusätzlich einen eigenen Gutachter rausschicken. Dies wird zumeist dann gemacht, wenn sich an dem vom Geschädigten beauftragten Gutachten Zweifel ergeben.)

Schlussbemerkung:

Glücklicherweise suchte sich der Mandant einen erfahrenen Sachverständigen, sodass die Versicherung in dieser Hinsicht keine Angriffsmöglichkeit hatte. Bei der Versicherung handelt es sich um eine Versicherung, die sich in der Branche einen negativen Ruf „erarbeitet“ hat, nämlich den, auch unberechtigt Abzüge vorzunehmen und dabei um jeden Cent zu kämpfen. Wir mussten uns letzten Endes um die Auslagenpauschale, die Standgeldkosten, das Schmerzensgeld und die Nutzungsausfallansprüche streiten.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht

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