Private Krankenversicherung: Debeka erhöht kräftig die Preise – wie PKV-Kunden Kosten senken können

  • 3 Minuten Lesezeit

Die Debeka erhöht ab dem kommenden Jahr kräftig die Preise. Wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab, sollen die Beiträge für privat Krankenversicherte um stattliche 17,6 Prozent ansteigen. Die Debeka ist mit knapp 2,5 Millionen Vollversicherten der größte private Krankenversicherer Deutschlands, vor allem Beamte sind die wichtigste Kundengruppe des Unternehmens. 

Ärger mit PKV-Kosten: Hohe Belastung für privat Krankenversicherte 

Die jüngsten Nachrichten zur Beitragserhöhung dürften bei etlichen privat Krankenversicherten der Debeka für Ärger sorgen. Gerade in der jetzigen Coronazeit haben viele privat Versicherte – hier sicherlich vor allem Selbstständige – große Probleme, die Beiträge überhaupt zahlen zu können. Auch für Menschen über 55 wird die PKV immer mehr zur Belastung, da die Versicherten ab diesem Alter nicht mehr in die Gesetzliche wechseln können. Für viele Senioren kann die PKV mit jeder Erhöhung zur Kostenfalle werden. 

Rechtmäßigkeit der Beitragserhöhung muss überprüft werden

Die privaten Krankenversicherer sind gesetzlich verpflichtet, jedes Jahr ihre Kalkulationen mit den tatsächlich angefallenen Kosten zu vergleichen. Kommt dabei eine Abweichung von mehr als 10 Prozent heraus, müssen alle Rechnungsgrundlagen überprüft werden. Die Versicherungen müssen für die letztendliche Prüfung der Rechtmäßigkeit einer Beitragserhöhung einen unabhängigen Treuhänder hinzuziehen. 

Debeka: Prämiensprung liegt auch an niedrigen Zinsen

Bei der Debeka hatte es nach eigenen Angaben in den letzten vier Jahren keine drastische Beitragserhöhung gegeben. Der jetzige heftige Sprung von 17,6 Prozent liege vor allem an den niedrigen Zinsen. Privat Versicherte sparen im jüngeren Alter an, um später nicht mit so hohen Beiträgen belastet zu werden. Die Versicherung ist verpflichtet, diese Rückstellung zu verzinsen. Sinkt also der Zins, steigen die Beiträge. 

Versicherungen wollen Beiträge in regelmäßigen Abständen erhöhen dürfen

Die Versicherungen plädieren schon seit geraumer Zeit für eine Änderung der Gesetze, damit derartige Beitragssprünge in Zukunft vermieden werden. So wollen die Unternehmen gern durchsetzen, dass auch Veränderungen bei den Zinsen Anlass für Beitragsanpassungen sein dürfen. So könnten die Versicherer die Beiträge in regelmäßigeren Abständen erhöhen und heftige Erhöhungen wie die jetzige bei der Debeka vermieden werden. Experten halten diesen Vorschlag der Versicherer aber für falsch. Beispielsweise spricht der Bund der Versicherten (BdV) von „Augenwischerei“. Die Kunden würden durch die beständigen Erhöhungen letztendlich mehr zahlen. 

Viele PKV-Beitragserhöhungen der letzten Jahre unwirksam

Für viele privat Versicherte gibt es jedoch die Möglichkeit, sich Geld von der Krankenversicherung zurückzuholen. Über Jahre hinweg haben fast alle privaten Krankenversicherer ihre Kunden unzureichend über Beitragserhöhungen informiert, sodass die Beitragsanpassungen in den meisten Fällen unwirksam sind. Große Versicherungen wie die AXA, Barmenia oder die ERGO-Tochter DKV wurden bereits zu Rückzahlungen verurteilt. 

OLG Köln verurteilt DKV zur Rückzahlung von knapp 9.500 Euro

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Dezember 2019 festgelegt, dass die Begründungen der Beitragserhöhungen gerichtlich überprüfbar sind. Mit diesem Urteil wurde es für die privat Versicherten nun möglich, die Erhöhungsschreiben juristisch auf ihre Richtigkeit prüfen zu lassen. Im Februar 2020 gab das Oberlandesgericht (OLG) Köln einem Kläger recht, der gegen die AXA rechtlich vorgegangen war. Der AXA-Kunde erstritt eine Rückzahlung von etwa 3.500 Euro. Bei dem Urteil gegen die DKV handelte es sich sogar um eine Rückerstattung von knapp 9.500 Euro. 

Verbraucherschutz: Tausende von Versicherungsverträgen sind fehlerhaft

Wir von der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing empfehlen jedem privat Krankenversicherten, die Beitragserhöhungen der letzten zehn Jahre überprüfen zu lassen. Die Versicherer sind gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden eine Beitragserhöhung verständlich zu erklären. Aber die Unternehmen haben es oft nicht ganz so genau genommen und ihren Kunden teils missverständliche, unvollständige oder sogar inhaltlich falsche Schreiben zugeschickt. Wir haben bereits Tausende von Versicherungsverträgen geprüft und festgestellt, dass fast alle fehlerhaft sind. 

Handeln Sie jetzt!

Egal, ob Debeka, AXA, Barmenia, ERGO – fast alle Versicherer sind betroffen. Auf www.baumeister-rosing.de/private-krankenversicherung/ können Sie einfach und unverbindlich überprüfen, ob Sie zu viel gezahlte Beiträge zurückfordern können. Wenn Sie weitere Fragen haben, stehen Ihnen die Experten der BRR Verbraucherkanzlei Baumeister Rosing auch telefonisch gern unter 030 / 22 01 23 80 (montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr) zur Verfügung. Wir machen uns für Sie stark! 



Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Florian Rosing

Beiträge zum Thema

Ihre Spezialisten