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PROKON-Pleite: Rodbertus unter Betrugsverdacht - Partyfoto auf dem Boulevard?

Rechtstipp vom 18.07.2014
Rechtstipp vom 18.07.2014

17.07.2014: Die Gefechte im Vorfeld der für den kommenden Dienstag, 22.07.2014 angesetzten Gläubigerversammlung für die rund 75.000 Genussrechtsinhaber des Windparkentwicklers und -Betreibers PROKON arten in eine regelrechte Schlammschlacht aus. Wie unter anderem das Handelsblatt heute vermeldet, ist in der Boulevard-Presse ein photographisches Dokument aufgetaucht, das den Unternehmensgründer Carsten Rodbertus zusammen mit zwei weiteren Männern offensichtlich nackt zeigt. Die fröhliche Gesellschaft hält hierbei ein leicht bekleidetes Partygirl auf den Armen, nach Angaben einer Mitarbeiterin der Holzindustrie Torgau (HIT) sei die Aufnahme vor einigen Jahren während einer Betriebsfeier des holzverarbeitenden Betriebes und Palettenherstellers entstanden. Den Angaben der Mitarbeiterin zufolge habe die Belegschaft die Erotik-Tänzerin ihren Chefs als Geschenk organisiert.

Diese Darstellung dürfte den 75.000 Gläubigern von PROKON säuerlich aufstoßen: Nach übereinstimmenden Berichten einer Vielzahl seriöser Wirtschaftsmedien hatte Rodbertus der defizitären HIT ohne weiteres und insbesondere ohne entsprechende Sicherheiten einen Kredit von deutlich über 200 Millionen € gewährt. In manch einem der geschädigten Genussrechteinhaber von PROKON dürften angesichts solcherlei Dokumente Erinnerungen an die feucht-fröhlichen Partys der (jedenfalls damals noch) in Amt und Würden stehenden Herren von Infinus oder S&K zu neuem Leben erweckt werden.

Unterdessen mehren sich genauere Angaben über die in dieser Woche begonnenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Unternehmensgründer sowie weitere Verantwortliche der Unternehmensführung. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute meldet, habe sich der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Mittwoch ausführlicher zu den vorliegenden Vorwürfen geäußert. Neben verschiedenen Bankrottstraftaten wie unter anderem der Insolvenzverschleppung werde gegen Rodbertus auch wegen Betruges in besonders schwerem Fall ermittelt, in Rede stehe hier die Ausgabe von Genussrechten kurz vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie möglicherweise der Betrieb eines sogenannten Schneeballsystems. Darüber hinaus müsse zudem die Frage geklärt werden, ob im Zusammenhang mit der Ausgabe von Krediten in Millionenhöhe Untreue in besonders schwerem Fall vorliege.

Penzlin setzt sich mit seinen Äußerungen seit Wochen zudem gegen „wiederholte und aggressive Falschdarstellungen“ von Seiten des Unternehmensgründers zur Wehr. Dieser versucht in einer massiven Anruf- und Anschreibenkampagne über seine „Gemeinschaft für eine lebenswerte Zukunft von Prokon“, Vollmachten für die kommende Gläubigerversammlung einzusammeln, um sich hier mit der Stimmenmehrheit als Gemeinsamer Vertreter wählen zu lassen.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hatte bereits vor geraumer Zeit vor den Genussrechten von PROKON gewarnt und auf die explosive Lage im Unternehmen hingewiesen. Mittlerweile vertreten wir eine umfangreiche Mandantschaft und wiederholen unsere dringende Empfehlung an alle bislang untätig gebliebenen Genussrechtsinhaber, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle auf rechtlichem Wege möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Investitionen zu unternehmen. Über viele Jahre hinweg haben wir uns eine ausgezeichnete Expertise insbesondere im Hinblick auf nachdrückliche und effektive Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Ansprüche erarbeitet. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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