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PROKON-Pleitier Rodbertus: Einschläge kommen näher

07.06.2014: In der vergangenen Woche ist Carsten Rodbertus, der Unternehmensgründer und langjährige Geschäftsführer des Windparkprojektierers und -Betreibers PROKON, massiv unter Beschuss gekommen. Wie eine Vielzahl seriöser Medien berichtet, plant der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin, Schadensersatzforderungen gegen Rodbertus geltend zu machen und durchzusetzen. Dieser habe rund eine halbe Milliarde Euro Anlegergelder, die überwiegend gutgläubige private Kleinanleger ihm anvertraut hätten, in den Sand gesetzt. Darüber hinaus soll ihm der Zugriff auf seine Unternehmensanteile entzogen werden.

Ganz offensichtlich sei Rodbertus mit der Führung eines Unternehmens in dieser Größenordnung völlig überfordert gewesen, eine angemessene Unternehmensorganisation und Strukturierung habe nicht stattgefunden, auch die Planung der Geschäftstätigkeit sei durchgängig mangelhaft gewesen. Ebenso wäre die Ausreichung von umfangreichen Darlehen, hier ist die Rede von insgesamt mehreren 100 Millionen €, entweder ganz ohne Sicherheiten erfolgt oder jedenfalls unzureichend besichert gewesen. Geschäftliche Bestellungen oder auch Zusagen wurden getätigt, ohne sich um entsprechende Liquidität zum gegebenen Zeitpunkt Gedanken zu machen. Überdies habe Rodbertus die firmeneigene Cessna widerrechtlich für private Zwecke für Fallschirmsprünge genutzt. Dieser hatte vormals selber angegeben, das Flugzeug wäre ausschließlich zu firmeneigenen Zwecken angeschafft worden, er habe die Cessna gebraucht, um über "seine" Windparks zu fliegen. Medienberichten zufolge hatte das Flugzeug immerhin etwa 1,6 Millionen Euro gekostet.

Insolvenzverwalter Penzlin zeigt sich nun erbost darüber, dass Rodbertus offensichtlich weiter auf Anhängerjagd geht - und hier behauptet, im Rahmen des Insolvenzverfahrens solle das Unternehmen zerschlagen werden. Penzlin hatte Rodbertus sowie dessen Vertriebschef Rüdiger Gronau bereits Ende April vom Hof gejagt und ihnen das Betreten des Betriebsgeländes untersagt, da diese aktiv gegen das Einziehen angemessener Strukturen und die Implementierung derselben in die Unternehmensgeschäfte gearbeitet hätten. Wie zu hören ist, sammelt Rodbertus nach wie vor unermüdlich Vollmachten von Genussrechtsinhabern und wirbt für seine PROKON AG über telefonische Anrufe und Versammlungen in Vereinslokalen und Gaststätten - ganz offensichtlich, um auf diesem Wege weiteres Mitspracherecht für die Fortführung des Unternehmens zu gewinnen.

Die Sprecherin der für Wirtschaftsstrafsachen zuständigen Staatsanwaltschaft Lübeck, Wenke Haker-Alm, hatte zwischenzeitlich nach Angaben des Mannheimer Morgen mitgeteilt, dass dortig nach wie vor die Aufnahme von Ermittlungen gegen PROKON geprüft werde. Immer noch sind eine große Zahl Strafanzeigen aufgrund unterschiedlicher Tatverhalte gegen das Unternehmen anhängig, aus unserer Sicht ist die demonstrative Zurückhaltung der Lübecker Staatsanwaltschaft unverständlich und nur durch politische Einflussnahme erklärbar. Gegen Rodbertus selber läuft bereits seit vergangenem Jahr immerhin ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechung, ein für die Planung von Windkraftstandorten zuständiger Mitarbeiter des Landkreises Wesermarsch hatte für Gutachten Honorare in mittlerer vierstelliger Höhe bekommen.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hatte bereits längere Zeit vor der dortigen Zahlungsunfähigkeit vor finanziellem Engagement in die Genussscheine von PROKON gewarnt, zwischenzeitlich vertreten wir eine große Zahl geschädigter Anleger. Mittlerweile haben wir Schadensersatzklagen erstellt und auf den Weg gebracht und prüfen im Auftrag unserer Mandantschaft ebenso Schadensersatzforderungen sowie vorsorgliche Pfändungsarreste gegen Rodbertus persönlich sowie weitere Verantwortliche in der Unternehmensführung. Wir empfehlen nochmals dringlich allen bislang untätig gebliebenen Genussrechtsinhabern, umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung bestehender Ansprüche zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in diesem Sinne kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 11.06.2014

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