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PROKON (PRE) Windparkentwickler: Handeln geboten

aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

28.12.2013: Genussrechtsinhaber sollten nun unverzüglich handeln. Eine Vielzahl von seriösen Medien berichtet in den vergangenen Tagen und Wochen über ein fast vollständiges versiegen frischen Kapitalzuflusses in die nach wie vor heftig beworbene PROKON Regenerative Energien Unternehmensgruppe. So wird stellvertretend etwa von der Tageszeitung "Die Welt" berichtet, die monatlich von der PRE begebenen Genussrechte seien von rund 40 Millionen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2013 auf nur mehr 4 Millionen eingebrochen. Dies könnte ein Menetekel für die Unternehmensgruppe darstellen: immer wieder wurde bereits in den vergangenen Jahren darüber spekuliert, dass aufgrund der selbst von Unternehmensseite veröffentlichten negativen Bilanzen allfällige Ausschüttungen an bestehende Anleger mindestens teilweise nurmehr über frisch eingeworbenes neues Anleger Kapital bedient werden könnten. Dieses Szenario würde jedenfalls deutliche Hinweise auf ein sogenanntes Schneeballsystem darstellen, Anlegerschützer aus unterschiedlichen Ecken, öffentlich finanzierte Verbraucherschutzorganisationen wie stiftungwarentest.de und eine Vielzahl von verschiedenen Medien haben in den vergangenen Jahren immer wieder hiervor gewarnt.

Anleger berichten uns bereits über Telefongespräche mit der Gesellschaft wegen ausgebliebener Zahlungen, in welchen versucht wird, die Genussrechtsinhaber dazu zu bringen, die ausgesprochenen Kündigungen zurück zu nehmen oder wenigsten für einige Monate das eingebrachte Kapital zu stunden. Gleichfalls kursieren Gerüchte, dass die Gesellschaft eine große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Erstellung eines Fortführungsberichtes beauftragt hat.

Die Unternehmensgruppe selbst und insbesondere der Unternehmensgründer Carsten Rodbertus stellen sich für die Vergangenheit und auch aktuell auf der unternehmenseigenen Webseite als Opfer einer medialen Hetzkampagne dar. Kritiker hingegen bemängeln einstimmig Intransparenz der Unternehmensgruppe beim Umgang mit Unternehmensdaten und -zahlen, Kreativität auch in der mitunter täglichen Änderung von Daten und Fakten auf der unternehmenseigenen Webseite sowie verspätete respektive fehlende Jahresabschlüsse für die Konzernbilanzen. Das Unternehmen habe weiterhin Probleme selbst mit den eigenen Wirtschaftsprüfern. Fakt ist hingegen, dass das Unternehmen in der Vergangenheit Anleger, hier insbesondere auch Kleinsparer, mit Versprechen wie dem Vergleich der begebenen Genussscheine mit Sparbucheinlagen oder Lebensversicherungen im Hinblick auf deren Sicherheit beworben hatte. Diese Art offensichtliche Verbrauchertäuschung wurde zwischenzeitlich gerichtlich untersagt. Alle betroffenen Anleger sollten sich deutlich darüber im Klaren sein, dass Genussscheine beziehungsweise Genussrechte als eine besondere Anlageform auf dem sogenannten grauen Kapitalmarkt hochriskante Anlageformen mit dem potentiellen Risiko eines Totalverlustes sind.

Nach eigenen Angaben der PROKON haben 75.000 Anleger inzwischen ca. EUR 1,37 Mrd. gezeichnet. Bereits Mitte 2011 war nach Berechnungen der Wirtschaftswoche absehbar, dass die zu erwartenden Gewinne bei weitem nicht für die aufgenommenen Zinslasten ausreichen werden. Stellt man die durch die Gesellschaft veröffentlichten Einnahmen den Zinsverpflichtungen aus dem Genussrechtskapital seit dem Geschäftsjahr 2011 jährlich entgegen, wird schnell deutlich, in welcher wirtschaftlichen und finanziellen Lage sich die Gesellschaft befindet.

Die auf Wirtschafts- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil.  Jürgen Rath vertritt bereits eine Vielzahl von betroffenen Anlegern. Die Unternehmensgruppe scheint derzeit noch Forderungen von Inhabern der infrage stehenden Genussscheine auf außerordentliche Kündigung und Rückzahlung respektive berechtigte Rückabwicklung jedenfalls mit entsprechender erfahrener anwaltlicher Begleitung nicht gerichtlich ausfechten zu wollen, außergerichtliche Einigungen und der Rückfluss des gesamten eingezahlten Kapitals an die betreffenden Anleger scheinen die Regel.

Wir gehen jedenfalls sicher davon aus, dass im Falle einer Insolvenz der Unternehmensgruppe die Zeichner entsprechender Genussrechte mit möglicherweise massiven Verlusten bis hin zum Totalausfall werden rechnen müssen. Inhaber von Genussrechten sind als Eigenkapitalgeber nachrangig gegenüber allen weiteren Gläubigern zu bedienen und werden entsprechend nach den Forderungen von Mitarbeitern, Banken sowie sonstigen Gläubigern aus dem Rest der Insolvenzmasse, falls noch vorhanden, befriedigt. Üblicherweise werden sich typische Insolvenzfälle in dieser Größenordnung und unternehmenstechnischen Komplexität überdies auf viele Jahre hinziehen und weiteres noch vorhandenes Kapital vernichten.

Gerne setzen wir uns auch für die Sicherung ihrer berechtigten Forderungen ein. Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist - auch für eine eventuell kurze unverbindliche telefonische Abklärung - Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.

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            Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann (ADWUS Rechtsanwälte) Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann

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