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Prokon – „Rette sich wer kann!“ oder ist Ruhe geboten?

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Die Ankündigung der Prokon GmbH in die Insolvenz zu gehen, sollten die Anleger an bereits erklärten Kündigungen festhalten, hat unter den 75.181 Inhabern von Genussrechten große Verunsicherung ausgelöst und wird die drohende Kündigungswelle unter Umständen noch verstärken. Das eingesammelte Kapital aus dem Vertrieb der Genussrechte beläuft sich auf 1,38 Milliarden Euro, der Wert des Sachanlagevermögens des Unternehmens beläuft sich nach eigenen Angaben auf 1,76 Milliarden Euro. Ist also Entwarnung geboten?

Ob diese Zahl stimmt ist fraglich und für die Anleger schwer nachprüfbar. Kommt es tatsächlich zur Liquidation ist ungewiss ob die angegebenen Werte tatsächlich realisiert werden können. Zwar sind Vermögenswerte in Gestalt von Windparks oder einer Bio-Öl Mühle in Magdeburg vorhanden, doch können die Anleger davon profitieren? Ungewiss sind die genauen Verbindlichkeiten und Forderungen die sich gegen Prokon richten. Darauf aber kommt es für die Entscheidung der Anleger an: Selbst wenn Vermögen vorhanden ist, kommt dessen Liquidation zunächst allen anderen Gläubigern und zuletzt den Genussrechteinhabern zu Gute. Deren Ansprüche sind nämlich im Insolvenzfalle nachrangig zu befriedigen.

Hinzu tritt das spezifische Anlagerisiko, dass der Finanzierung durch den Vertrieb von Genussrechten innewohnt. Die Anleger haben Prokon Geld gegen Genussrechte gegeben und sollten im Gegenzug am Gewinn beteiligt werden. Gibt es keinen Gewinn, gibt es auch keine Ausschüttung. Im Falle von Verlusten kann dies auch dazu führen, dass der Genussrechteinhaber sich an den Verlusten beteiligen muss. Das Risiko nach erfolgter Kündigung tatsächlich das beanspruchte Geld nicht zu erhalten kann auch ohne Insolvenz gegeben sein. Prokon hat nämlich das Recht zu einem späteren Zeitpunkt, nur teilweise oder auch gar nicht an die Anleger auszuzahlen. Welche Möglichkeiten Prokon nutzen wird ist ungewiss und jeder Einzelfall wird gesondert zu überprüfen sein.

Unsere Kanzlei bietet Anlegern gegen eine Überprüfung Ihrer Beteiligungsunterlagen und Ermittlung der bestehenden Ansprüche. In Einzelfällen werden Anleger auch Ansprüche gegen Dritte geltend machen können und sollten hier zeitnah eine Beratung in Anspruch nehmen. Im Hinblick auf die Liquiditätsfrage sollten Anleger zeitnah ihre Ansprüche durch uns überprüfen lassen um den entstehenden Schaden so gering wie möglich zu halten.

Rechtsanwalt Christian Fiehl LLM


Rechtstipp vom 14.01.2014

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