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Prokon Unternehmensgruppe: Staatsanwaltschaft leitet Vorermittlungen ein

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13.01.2014: Wie die Tageszeitung „Die Welt" berichtet, hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Lübeck im Falle des von Insolvenz bedrohten Itzehoer Windparkentwicklers Vorermittlungen eingeleitet. Infrage stehen hier Straftatbestände wie Kapitalanlagebetrug sowie Insolvenzverschleppung, weitere Vorwürfe im Bereich der Wirtschaftskriminalität werden geprüft. Der Staatsanwaltschaft liegen aktuell zwei Strafanzeigen wegen Betruges vor. Bereits in der Vergangenheit wurde mehrfach gegen den Unternehmensgründer und Prokon-Chef Carsten Rodbertus ermittelt, „Die Welt" spricht hier von mindestens sieben Fällen. Allerdings wurden die Verfahren jeweils eingestellt, nachdem sich die dortigen Vorwürfe nicht erhärtet hatten.

Die Unternehmensgruppe, die sich im Moment in akuter Finanznot befindet, wurde allerdings auch in der Vergangenheit bereits gerichtlich dazu verpflichtet, irreführende respektive falsche Aussagen insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit der Kundeneinlagen zu unterlassen. Der Windparkentwickler hatte hier in Bezug auf die von ihm begebenen Genussscheine von höchster Sicherheit, vergleichbar mit Spareinlagen bei Banken und Sparkassen sowie Lebensversicherungen gesprochen. Zahlreiche seriöse Medien berichten in den vergangenen Tagen über massive Drohungen der Unternehmensgruppe auch gegenüber eigenen Anlegern. Sowohl dem Tonfall nach als auch in der Sache wirkten die Forderungen wie eine klassische Erpressung, werden beispielsweise vom Handelsblatt verschiedene Verbraucherschützer zitiert.

Immer wieder waren der Unternehmensgruppe auch von unabhängiger Verbraucherschutzseite aus in der Vergangenheit mangelnde Transparenz, verzögerte oder fehlende Jahresabschlüsse, kurzfristige unkommentierte Änderungen zu „Zahlen, Fakten, Daten" auf der unternehmenseigenen Homepage und weiteres mehr vorgeworfen worden. Aktuell wird dem Betreiber und Entwickler von Windkraftanlagen nunmehr mangelnde Fristenkongruenz zum massiven Problem: Windanlagen oder gar Windparks rechnen sich nur langfristig, oft über Jahrzehnte, die Finanzierung erfolgte hier aber über Genussrechte, die zum Teil nur einen Monat bis zu wenigen Jahren Laufzeit hatten. Festzuhalten bleibt allerdings auch, dass Prokon in den vergangenen Jahren stets weit mehr an Zinszahlungen an Anleger ausschüttete als das Unternehmen operativ verdiente, sodass immer wieder auch das garstige Lied vom „Schneeballsystem" angestimmt wurde.

Die auf Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath vertritt bereits Dutzende von betroffenen Anlegern. Wir warnen eindringlich davor, auf bestehende Ansprüche zu verzichten und raten dringend zur umgehenden Absicherung zustehender Rechte. In einem nunmehr drohenden Insolvenzverfahren muss aufgrund der Nachrangigkeit bestehender Genussrechte davon ausgegangen werden, dass letztlich nicht einmal mehr eine Insolvenzforderung zur Verfügung stände. Gerne dürfen Sie sich mit uns in Verbindung setzen, auch für eine unverbindliche kurze telefonische Abklärung ist Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 14.01.2014
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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