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Prokon: wird Insolvenz zur Entschuldung angestrebt?

Rechtstipp vom 17.01.2014
(11)
Rechtstipp vom 17.01.2014
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16.01.2014: alarmiert durch die verheerenden Unternehmensdaten sowie die stetig wiederkehrenden Warnungen von Verbraucherschutzorganisation sowie Anlegeranwälten in den letzten Monate haben Anleger in großem Stil Genussrechte gekündigt, der Kapitalzufluss ist zwischenzeitlich fast zum Erliegen gekommen. Dadurch ist der Entwickler und Betreiber von Windparks, die Prokon Unternehmensgruppe, mittlerweile in massiven Zahlungsschwierigkeiten. Abgesehen von den mittlerweile üblichen Beschuldigungen des Unternehmens gegenüber Presse, sonstigen Medien und auch den öffentlichen Verbraucherschutzorganisationen hat der Unternehmensgründer und -chef, Carsten Rodbertus, zwischenzeitlich in einem Schreiben auch die eigenen Anleger massiv bedroht. Eine Vielzahl seriöser Medien spricht hier inzwischen von „klassischer Erpressung".

Bei genauer Betrachtung der Sachlage ist der Schluss naheliegend, dass Prokon bewusst eine Insolvenz anstrebt, um sich hier mithilfe eines Insolvenzplanverfahrens zu entschuldigen. Aus dem Anschreiben des Unternehmens an seine Anleger geht hervor, dass die Geschäftsführung im Pleitefall eine sogenannte Planinsolvenz in Eigenverwaltung anvisiert. Dieses wiederum bedeutet, dass die heutigen Geschäftsführer weiter die Fäden in der Hand halten und die Geschicke des Unternehmens lenken. Wörtlich heißt es: „Eine gewisse Handlungsfähigkeit der Geschäftsführung bleibt bestehen, wenn das Amtsgericht die Eigenverwaltung anordnet. Diesen Schritt werden wir nicht scheuen, aber mit sehr, sehr großem Bedauern gehen".

In diesem Fall muss aber davon ausgegangen werden, dass die Genussrechtsinhaber, auch wenn sie die größte Gruppe und die größten Kapitalgeber der Firma sind, überstimmt werden. Hinzu kommt: Genussrechtskapital ist sogenanntes nachrangiges Kapital - aus einer möglichen Insolvenzmasse werden die Genussrechtsgläubiger als letzte bedient. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die Genussrechtsgläubiger einen großen Teil ihres Geldes verlieren und auf der anderen Seite die Geschäftsführung mit einem entschuldeten Unternehmen weitermachen kann.

Damit wäre und ist bereits der Anspruch der Gläubiger gefährdet. Wir prüfen deshalb gerade unverzüglich gerichtliche Schritte, auch im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes, zur Sicherung der berechtigten Ansprüche unserer Mandanten.

Die auf Wirtschafts-und Kapitalmarktrecht fokussierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat bereits vor geraumer Zeit und immer wieder vor finanziellem Engagement in der Prokon-Unternehmensgruppe gewarnt. Wir raten erneut dringend allen Betroffenen, keinesfalls weitere Genussrechte zu zeichnen, sondern umgehend Sicherungsmaßnahmen zur möglichst weitgehenden Rettung ihres Kapitaleinsatzes mithilfe erfahrener anwaltlicher Beratung zu unternehmen. Nach aktueller Sachlage muss davon ausgegangen werden, dass die Unternehmensgruppe in Bälde Insolvenz anmeldet, die Rede ist hier vom 20. respektive 31. Januar. Gerne dürfen Sie sich auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage mit uns in Verbindung setzen, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


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