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Prüfungsprobleme – Belohnte Hartnäckigkeit

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Wer sich beispielweise einer Prüfung bei einer IHK unterzieht, weiß, dass es um viel geht, u.a. auch um die Belastung mit Prüfungsgebühren. Wer in einem Prüfungsabschnitt und damit in einer Prüfung ohne Erfolg bleibt, sollte daran denken, diese Prüfungsentscheidung auch genauer unter die Lupe nehmen zu können. Obwohl die Industrie- und Handelskammern als berufsständische Körperschaften des öffentlichen Rechts selbstverständlich zu rechtmäßigen Verhalten verpflichtet sind, kommt es doch immer wieder vor, dass ihnen, insbesondere ihren Prüfungsausschüssen, die Nichteinhaltung rechtlicher Bestimmungen angelastet werden muss. Die oder der Betroffene dürfen zunächst nicht denken, die IHK sei ein zu großer Gegner oder mit einem Rechtsbehelf verärgere man die Prüfer, schade sich also letztlich selbst. Gelingt es, Fehler während der Prüfung im Widerspruchs- oder im verwaltungsgerichtlichen Verfahren herauszuarbeiten, muss die Prüfungsentscheidung aufgehoben werden; es spielt dabei keine Rolle, wie groß der Gegner ist. Die Erfahrung zeigt auch, dass im Regelfall die Prüfer dann bereit sind, aufgezeigte Fehler anzuerkennen und damit professionell umzugehen, also auf irgendeine Form von „Rache“ verzichten.

Die durch die Einschaltung eines Anwaltes entstandenen Kosten sind grds. ebenso erstattungsfähig wie die entstandenen Gerichtskosten.

Besonders unerfreulich ist es, wenn in der nach einem Erfolg in einem Rechtsbehelfsverfahren möglich gewordenen Wiederholungsprüfung erneut, insbesondere andere (Verfahrens-)Fehler auf Seiten der IHK vorkommen. Ein erneutes Vorgehen gegen die neue Prüfungsentscheidung kann natürlich wieder zu einem Erfolg führen, wiederum mit der Kostenlast bei der IHK. Hartnäckigkeit kann sich also in mehrfacher Hinsicht empfehlen und lohnen.


Rechtstipp vom 29.04.2015
aus dem Rechtsgebiet Verwaltungsrecht

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