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QuickOnTV – und das Geld ist weg?!

Rechtstipp vom 18.02.2018
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Quick ist das Geld weggewesen. Sonst passierte nichts. Die Verantwortlichen sind nach Angabe vieler unserer Mandanten nicht erreichbar. Akquisebemühungen waren nicht nur in Deutschland sondern auch in den Niederlanden erfolgt. Ob im Einzelfall ein Emissionsprospekt verwendet wurde, ist nicht festzustellen. 

Ob ein Emissionsprospekt überhaupt existiert, mit welchen die Anleger über Chancen und Risiken zu unterrichten wären, ist nicht bekannt, bzw. in den uns bekannten Fällen auch nicht festzustellen. Ob Erlaubnisse für Abschlussvermittlung von Vertriebsverantwortlichen eingeholt wurden, lässt sich nicht feststellen.

Wir vertreten eine Reihe von Mandanten, die über QuickOnTV als Kunden für den Erwerb von Vorzugsaktien erfolgreich geworben worden waren.

In vielen Fällen waren unsere Mandanten von Telefonverkäufern, diese handelnd für ein Finanzmaklerunternehmen namens Milvus Capital LLC., One Cabot Square E14, E14 0PH London, als Kunde geworben worden. Außerdem sollen in Einzelfällen auch Verantwortliche eines Berliner Vereins als Vertriebsmitarbeiter tätig geworden sein.

Uns wurde berichtet, dass unsere Mandanten selbst nicht QuickOnTV oder etwa die Milvus Capital LLC. gekannt hatten. Sie seien unerwartet angerufen worden.

In sämtlichen unserer Kanzlei bekannten Fällen wurden die Angerufenen nach den uns vorliegenden Mitteilungen ungefragt über die Möglichkeit unterrichtet, gewinnbringende Investments im Fall eines Unternehmens mit dem Namen QuickOnTV tätigen zu können. Im Rahmen dieses Private Placements wären durch den Erwerb der Vorzugsaktien ordentliche Gewinne zu erwirtschaften.

Und dies von der amerikanischen Aktiengesellschaft QuickOnTV Corporation. Diese lässt sich in Deutschland im Übrigen von Ihrem Verkaufsbüro QuickOnTV Media GmbH, Teltower Damm 222, D-14167 Berlin, auch in Deutschland vertreten, schenkt man den Veröffentlichungen des Unternehmens auf der Homepage des Unternehmens (https://quickontv.com/) Glauben.

Ein Unternehmen welches beim Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) unter der Registernummer HRB 185334 B (erst) am 23.03.2017 neu eingetragen wurde. Ein Zeitpunkt, welcher erstaunlicherweise zeitlich später liegt als diejenigen Zeitpunkte, zu welchen Verträge über den Erwerb von Vorzugsaktien in den unserer Kanzlei bekannten Fällen zustande kamen. 

Geschäftsführer der Gesellschaft ist ein gewisser Kreutzenbeck, Oliver, dieser handelnd aufgrund eines Gesellschaftsvertrags vom 15.12.2016, welcher unseres Erachtens keine Geschäftsbeziehungen zu der amerikanischen Gesellschaft QuickOnTV Corporation, dafür Herrn Kreuzenbeck als einzigen Anteilseigner der GmbH erkennen lässt. 

Jedenfalls behauptet QuickOnTV Corp., diese angeblich vertreten durch deren CEO, einen gewissen Michael Guensch, 950 Grandview Avenue, 80302 Boulder Colorado, USA, so nachzulesen über die Homepage des Unternehmens, https://quickontv.com/, Folgendes:

„QuickOnTV® bietet Ihnen einen einzigartigen Zugang zu über 8.000 lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Themenkanälen für punktgenaue TV-Werbung und maximale Reichweite.“

Ob dies den Kunden der US-amerikanischen Gesellschaft ermöglicht ist, vermögen wir nicht zu beurteilen. Aufgrund der Tatsache, dass uns Mitteilungen von Investoren vorliegen, die beinhalten, dass Kontakte abgebrochen wurden und Anfragen nicht beantwortet werden, lässt uns das Schlimmste befürchten.

Unseren Mandanten wurde im Rahmen der telefonischen Akquise mitgeteilt, dass dieses QuickOnTV ein hoch spezialisiert am Markt arbeitendes Unternehmen sei, welches letztendlich Handel mit Sendezeiten betreibt. Damit gingen die betroffenen Mandanten davon aus, dass in ein hoch spezialisiertes Unternehmen einer Zukunftsbranche investiert wurde. Die ursprüngliche Begeisterung unserer Mandanten ist, was nicht verwunderlich ist, in Unsicherheit und Wut umgeschlagen. Kein Wunder, wenn man bis zu fünfstellige Beträge investiert und sich dann niemand mehr meldet.

Zahlungen waren über ein Treuhandkonto eines in Berlin ansässigen Rechtsanwaltes, Herrn Ralf Mydlak, zu tätigen. Nachdem teilweise in Fällen unserer Mandanten zeitlich verzögert Zertifikate übersandt worden waren, war in der Folgezeit letztendlich in allen Fällen der Kontakt abgebrochen worden.

Aufgrund feststellbarer Umstände empfehlen wir Ihnen, falls Sie sich betrogen fühlen, einen fachlich versierten Rechtsanwalt mit Ihrer rechtlichen Interessenvertretung zu beauftragen, um Ihre Chancen betreffend die Geltendmachung von Ansprüchen auf Schadensersatz prüfen und geltend machen zu lassen. Außerdem sollten Sie dies tun, um die Ermittlungsbemühungen der Behörden zu unterstützen, dies auch – und gerade durch aller Voraussicht nach auch in Ihrem Fall gebotene – Anzeigeerstattungen. Wir wurden gebeten, die Daten unserer Mandanten an die derzeit ermittelnde Behörde weiterzugeben.

Übermitteln Sie uns einfach Ihre Kontaktdaten und den an Sie vermittelten Zeichnungsschein. Wir erstellen kostenfrei ein Angebot für Ihre rechtliche Interessenvertretung.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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