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RAe Waldorf Frommer mahnen für die Universum Film GmbH wegen der Filmbiographie „Grace of Monaco“ ab

Rechtstipp vom 04.11.2014
Rechtstipp vom 04.11.2014

Die Münchener Kanzlei Waldorf Frommer mahnt derzeit im Namen der Universum Film GmbH  Internetnutzer wegen der Teilnahme an einem Peer-to-Peer-Netzwerk (Filesharing) ab.

Aktuell handelt es sich vorliegend um urheberrechtlich geschützte Werke des oben genannten Rechteinhabers, wie z. B. die US-amerikanische-französische Filmbiographie des Regisseurs Olivier Dahan „Grace of Monaco“, welcher über die entsprechenden Portale durch die Abgemahnten hochgeladen, und somit Dritten zum illegalen Download öffentlich zur Verfügung gestellt worden sei, so die Abmahner.

Waldorf Frommer verlangt:

1.) Die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung.

2.) Die Zahlung eines pauschalen Schadensersatzes vom 600 € zuzüglich 215 € als Aufwendungsersatz (Anwaltskosten), also insgesamt einen Betrag in Höhe von 815 €.


Des Öfteren ist Rechtslage nicht so klar, wie es in der Abmahnung behauptet wird.

Beispielsweise hat kürzlich das Amtsgericht Köln darauf hingewiesen, dass man nicht mehr ohne weiteres von der Richtigkeit der Ermittlung der durch den Rechteinhaber vorgelegten IP-Adressen ausgehen kann.

Zwar reiche eine bloße Glaubhaftmachung im Auskunftsverfahren aus, jedoch müsse die tatsächliche Richtigkeit der Ermittlung z.B. durch Sachverständigengutachten oder Mehrfachermittlung im Hauptverfahren nachgewiesen werden, da die Fehlerquote bei der Ermittlung der richtigen Internetanschlüsse zu groß sei. (AG Köln, 22.10.2014, Az. 125 C 410/14).

Es ist daher oftmals lohnenswert, sich gegen eine solche Abmahnung zur Wehr zu setzen.

Ob überhaupt bzw. in welchen Umfang ein möglicher Anspruch des Rechteinhabers besteht, sollte daher individuell geprüft werden.

Allgemein ist zu beachten:

Den Schadenersatz müsste (neben den zu erstattenden Anwaltskosten) nur der tatsächliche Täter leisten (also z. B. derjenige der auch wirklich das Werk geuploadet hat).

Der sog. Störer (also z. B. der Anschlussinhaber) würde lediglich wegen des geltend gemachten Aufwendungsersatzes (Anwaltskosten) in Anspruch genommen werden können.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass man bei richtiger Handhabung der Abmahnung den verlangten Betrag entweder reduzieren oder ggf. sogar die Zahlung gänzlich abwenden kann.

Zu empfehlen ist:

  • die gesetzte Frist nicht ungenutzt verstreichen zu lassen,
  • keinen eigenen Kontakt mit der gegnerischen Kanzlei aufzunehmen,
  • die beigefügte Unterlassungserklärung nicht zu unterschreiben,
  • keine Zahlungen ohne vorherige Absprache zu leisten und
  • sich vor Fristablauf anwaltlichen Rat einzuholen.

Um die geltend gemachten Ansprüche zu prüfen, übermitteln Sie dazu das vollständige Abmahnschreiben zusammen mit Ihrer Telefonnummer per E-Mail oder per Fax.

Das erste Beratungsgespräch ist kostenlos. Hier wird eruiert, wie das für Sie bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann.

Rechtsanwalt Sascha Tawil


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