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Rechte von Opfern einer Straftat und deren Angehörigen

Rechtstipp vom 06.01.2018
Aktualisiert am 17.05.2018
(4)
Rechtstipp vom 06.01.2018
Aktualisiert am 17.05.2018
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Viele Menschen, welche Opfer einer Straftat wurden, fühlen sich, ebenso wie deren Angehörige, nach der jeweiligen Tat hilflos und im Stich gelassen. Dieser Aufsatz verfolgt das Ziel, diesen Menschen durch Aufzeigen einiger ihrer Rechte eine Stütze zu bieten. Dabei muss man vor allem zwischen den sich ergebenden prozessualen Rechten als Nebenkläger (a.) und den finanziellen Rechten nach dem Opferentschädigungsgesetz (b.) unterscheiden.

a. Nebenklage

Wer bei welchen Straftaten zur Nebenklage befugt ist, ist abschließend in § 395 der Strafprozessordung geregelt. Die Anschlusserklärung ist dabei schriftlich bei Gericht einzureichen, wobei, falls ein Fall der Bedürftigkeit gegeben ist, auch eine Prozesskostenhilfe und damit der Beistand eines Rechtsanwalts gewährt werden kann. Wichtig vorab ist dabei, dass gem. § 472 Strafprozessordnung im Fall der Verurteilung der Täter die Kosten der Nebenintervention zu tragen hat.

Auch wichtig ist, dass dem Nebenkläger nahezu dieselben Rechte zustehen wie der Staatsanwaltschaft. Die wichtigsten dabei wären: das Recht, Zeugen zu benennen und zu befragen, das Beweisantragsrecht, das Ablehnungsrecht gegenüber dem Gericht oder Sachverständigen, aber auch das Recht zur Einlegung von Rechtsmitteln und zur ständigen Anwesenheit während der Verhandlung und abschließend das Recht des Schlussvortrages.

b. Opferentschädigungsgesetz

Neben den prozessualen Rechten von Opfern einer Straftat sind für diese die Regelungen des Opferentschädigungsgesetzes die wichtigste staatliche Unterstützung. Gemäß § 1 Abs. 1 OEG hat dabei, wer Opfer eines vorsätzlichen, rechtswidrigen und tätlichen Angriffs geworden ist, Anspruch auf Versorgung, soweit dieser nicht gem. § 2 OEG ausgeschlossen ist. Das OEG enthält dabei keine eigenen Versorgungsleistungen, vielmehr gilt der gesamte Leistungskatalog des Bundesversorgungsgesetzes. Dieser umfasst dabei neben der Kostentragung von Heilbehandlungen einkommensabhängige Leistungen mit Lohnersatzfunktion bei Einbußen durch den Angriff sowie einkommensunabhängige Rentenleistungen aufgrund bleibender Schädigungsfolgen.

Sollte es schließlich durch den Angriff zum Schlimmsten und das Opfer ums Leben gekommen sein, so haben die Hinterbliebenen grds. einen Anspruch auf Versorgungsleistungen der Hinterbliebenenversorgung.

Sollten auch Sie oder einer Ihrer Angehörigen Opfer einer Straftat durch einen Angriff geworden sein, so zögern Sie nicht, mich umgehend zu kontaktieren, damit ich Ihnen helfen kann, Ihre Rechte durchzusetzen.


Rechtstipp aus der Themenwelt Strafverfahren und den Rechtsgebieten Opferhilfe, Strafrecht

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