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Rechtliche Aspekte des Burnout (3/3)

Rechtstipp vom 02.09.2016
Rechtstipp vom 02.09.2016

April 23, 2015 by Dominique Calcò Labbruzzo

Erwähnung des Burnouts im Arbeitszeugnis

Gemäß dem Bundesgericht darf und muss ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auch negative Tatsachen erwähnen, sofern diese für die Gesamtbeurteilung der Leistung notwendig sind. Dies ist beispielsweise für Krankheiten, die erheblichen Einfluss auf die Leistungen oder das Verhalten des Mitarbeitenden gehabt hat, zutreffend. Das gleiche gilt bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche die Eignung zum Job gänzlich in Frage stellen und deshalb einen sachlichen Grund für eine Kündigung bilden würden.

Im Zeugnis auch zu erwähnen sind längere krankheitsbedingte Unterbrüche der Arbeitstätigkeit, die im Verhältnis zur gesamten Anstellungsdauer ins Gewicht fallen, sonst könnte ohne entsprechenden Hinweis ein falscher Eindruck über die erworbene Berufserfahrung entstehen. Ein längerer Arbeitsausfall wegen eines Burnouts ist also durchaus zu erwähnen.

Aufklärungs- bzw. Mitteilungspflicht bei einer Bewerbung

Bei Stellenbewerbungen ist ein Burnout dann nicht zu erwähnen, wenn der Betroffene wieder zu hundert Prozent arbeitsfähig und mit einer erneuten Erkrankung nicht zu rechnen ist. In seinem Urteil hielt das Bundesgericht vor einiger Zeit fest, dass Stellenbewerber den potentiellen Arbeitgeber nur dann über gesundheitliche Störungen aufklären müssen, wenn sie die fragliche Arbeit wegen schwerer oder ansteckender Krankheit gar nicht leisten können oder wenn feststeht, dass sie bei Arbeitsantritt voraussichtlich krank oder zur Kur sein werden. Bloße Gesundheitsgefährdungen hingegen müssen nicht mitgeteilt werden.


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