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Rechtliche und tatsächliche Problematik bei Kauf eines Pferdes

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Viele Reiter hegen den Wunsch, ein eigenes Pferd zu besitzen und können letzten Endes am gebotenen Markt überhaupt nicht beurteilen, ob ein in Frage kommendes Pferd geeignet ist oder nicht. Aus diesem Grund rate ich eindringlich dazu, beim Aussuchen des Pferdes einen pferdekundigen Reiter mitzunehmen, und das Pferd sollte ausführlich Probe geritten werden. Man sollte möglichst darauf drängen, dies mehrfach zu tun und auch zu unterschiedlichen Tageszeiten und in unterschiedlicher Umgebung.

Unbedingte Ankaufsuntersuchung

Dies sollte selbstverständlich vor Unterschriftsleistung auf dem Kaufvertrag geschehen.

Sie sollte mit einem Tierarzt der Wahl des Käufers gefertigt werden. Auch wenn die Kosten etwas höher sind, sollten unbedingt Röntgenaufnahmen aller vier Beine und des Rückens gemacht und eine Blutprobe gezogen werden.

Röntgenaufnahme der Beine und des Rückens

Oftmals finden sich in den Röntgenaufnahmen der Beine sogenannte Chips, das sind kleine und kleinste Knochenabsplitterungen die zu Lahmheiten führen können, die aber oftmals operativ entfernt werden können. Sollte sich ein derartiger Chip finden, muss man mit dem Verkäufer um die Preisreduzierung verhandeln, die Operationskosten betreffend. Auch sollte der Rücken geröntgt werden, da aufgrund der oftmals bestehenden Kissing-Spines-Problematik (Berühren der Dornfortsätze in der Sattellage) es in der Folge zu Lahmheiten, bis hin zu Buckeln und Steigen kommen kann. Diese Unarten werden dann noch verstärkt, wenn ein ungeübter Reiter das Pferd bedient, oder aber auch ein falscher Sattel benutzt wird.

Blutprobe unbedingt notwendig

Bedauerlicherweise ist es schon oft vorgekommen, dass bei Proberitten sich liebe, brave Pferde zeigten, die jedoch nach einigen Tagen, oder auch Wochen sich im neuen heimatlichen Stall als unreitbar und bösartig erwiesen. Mittels der eingefrorenen Blutprobe kann festgestellt werden, ob das Pferd beim Proberitt möglicherweise gedopt war.

Händler oder Privatkauf

Beim Privatkauf können sämtliche Gewährleistungsrechte ausgeschlossen werden, ebenso die Verjährung maximal verkürzt werden. Dies ist bei einem Kauf bei einem professionellen Händler nicht möglich. Hier gelten immer die gesetzlich gegebenen Gewährleistungsregeln, das heißt, der Verkäufer muss im Normalfall bei Vorliegen eines Mangels beweisen, der sich innerhalb von sechs Monaten nach Kauf zeigt, dass dieser Mangel nicht vorgelegen hat. Nach Ablauf von sechs Monaten ist allerdings der Käufer beweispflichtig dafür, dass der Mangel im Zeitpunkt des Kaufs, bzw. der Unterschrift unter den Vertrag, bereits vorhanden war.


Rechtstipp vom 20.10.2016
aus der Themenwelt Haftung für den Vierbeiner und dem Rechtsgebiet Pferderecht

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