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Reform: Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt

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Wer kann Unterhaltsvorschuss beantragen?

Diese Situation kennen viele Alleinerziehenden: sie haben Anspruch auf Kindesunterhalt für ein minderjähriges Kind, aber der andere Elternteil kann oder will nicht zahlen. Schnelle wirtschaftliche Entlastung verspricht hier die Möglichkeit, Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Bisher war dies nur bis zum 12. Lebensjahr des Kindes möglich und auch nur für insgesamt 6 Jahre. Die längst überfällige Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes verbessert die wirtschaftliche Situation betroffener Familien:

Ab 01.07. kann Unterhaltsvorschuss (UVG) von Alleinerziehenden, die vom anderen Elternteil keinen Kindesunterhalt erhalten, auch für Kinder nach Erreichen des 12. Lebensjahres bis längstens zur Volljährigkeit beantragt werden, auch die bisherige Höchstdauer von sechs Jahren fällt nun weg. An Einkommensgrenzen ist die Antragsberechtigung übrigens nicht geknüpft, sollte allerdings der betreuende Elternteil (wieder) heiraten, gibt es keinen Anspruch mehr.

Wie kann ich Unterhaltsvorschuss beantragen?

Der Antrag wird beim örtlich zuständigen Jugendamt gestellt, also am Wohnsitz. Der Bezug von Unterhaltsvorschussleistungen befreit aber natürlich nicht den anderen Elternteil von seiner Unterhaltspflicht, der Anspruch geht auf den Staat über und kann von diesem dann gegen den Unterhaltsschuldner durchgesetzt werden.

Wie hoch ist der Unterhaltsvorschuss?

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich zum einen nach der jeweils gültigen Düsseldorfer Tabelle, die normalerweise einmal im Jahr aktualisiert wird, zum anderen nach der Höhe des Kindergeldes. Der Zahlbetrag liegt derzeit für 0- bis 5-jährige bei € 148, für 6- bis 11-jährige bei € 199 und für 12- bis 17-jährige bei € 266 pro Monat. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses entspricht nicht der Höhe des gesetzlich geschuldeten Kindesunterhalts.

Die Gesetzesänderung schließt für die betroffenen Eltern eine Finanzierungslücke, denn häufig mussten sie nach Auslaufen der Unterhaltsvorschussleistungen ergänzend Hartz IV-Leistungen beantragen.


Rechtstipp vom 24.02.2017
aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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            Rechtsanwältin Elke Post (Kanzlei für Familien- und Zivilrecht) Rechtsanwältin Elke Post

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