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Restschuldbefreiung in drei Jahren – eine neue Chance?

Jedermann kann durch widrige Umstände völlig unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten. Das regelmäßige Einkommen oder vorhandenes Vermögen können nicht mehr zur Schuldentilgung eingesetzt werden können. Der sicher geglaubte Job geht verloren oder die persönlichen Lebensumstände ändern sich durch Trennung oder Tod der Partnerin/des Partners und damit entgleitet der soziale und wirtschaftliche Halt.

Der Druck der Gläubiger und der wachsende Schuldenberg rauben dem Betroffenen jede positive Zukunftsperspektive. In diesen Fällen kann es leicht passieren, dass eine Verschuldung in eine Überschuldung führt und die Schulden am Ende nicht mehr bedient werden können. Es droht der soziale Abstieg mit oft dramatischen Folgen für den Einzelnen. Gegen diese „Abwärtsspirale“ bietet die Insolvenzordnung einen Ausweg: der Gang in die Insolvenz und die damit verbundene Möglichkeit der sogenannten Restschuldbefreiung für alle redlichen Schuldner.

Die Privatinsolvenz mit daran anschließender Restschuldbefreiung bietet verschuldeten Personen einen Weg aus der Überschuldung. Aus dieser Sichtweise ist die Verbraucherinsolvenz durchaus positiv zu bewerten: Es ist der Beginn eines finanziellen Neuanfangs. Mit der Privatinsolvenz bzw. Verbraucherinsolvenz können Sie Ihre Schulden in den Griff bekommen und wieder ein normales Leben führen.

Der Gesetzgeber hat zum 1. Juli 2014 das Verbraucherinsolvenz- und das Restschuldbefreiungsverfahren durch eine Reihe von Maßnahmen effektiver gestaltet.

Eine wesentliche Neuerung im Restschuldbefreiungsverfahren ist, dass einem redlichen Schuldner auf seinen Antrag hin Restschuldbefreiung schon drei Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens erteilt werden kann, wenn er die Verfahrenskosten und immerhin 35 Prozent der Schulden beglichen hat. Damit wird einerseits dem Interesse des Schuldners an einem möglichst raschen finanziellen Neuanfang Rechnung getragen. Andererseits werden auch die Interessen der Gläubiger an einer möglichst umfassenden Befriedigung ihrer Forderungen berücksichtigt. Auch ein völlig mittelloser Schuldner kann ein Insolvenzverfahren durchlaufen und Restschuldbefreiung erlangen. Die Insolvenzordnung enthält mit dem Stundungsverfahren hierfür eine eigenständige Verfahrenskostenhilfe. Sie bewirkt, dass der Weg zur Restschuldbefreiung selbst dem Schuldner eröffnet ist, der die Kosten des Verfahrens nicht aufbringen kann

Nur Mut: Die allermeisten Schuldner erleben die Privatinsolvenz als Befreiung.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Insolvenzrecht

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