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Rock am Ring – bekomme ich mein Geld zurück?

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Das Konzert Rock am Ring 2016 wurde abgesagt. Zu gefährlich sei die weitere Durchführung wegen des Wetters gewesen.

Viele Besucher fragen sich nach dem Abbruch des Konzerts Rock am Ring 2016, ob sie das Eintrittsgeld zurückverlangen können. 

Antwort

Ein grundsätzlicher Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises besteht nicht. Die Rock-am-Ring-AGB sehen eine Rückerstattung nur bei einer Komplettabsage vor. Da es aber zu einem Abbruch während des Konzerts gekommen ist und die Besucher einen Teil des Konzerts verfolgen konnten, besteht die Möglichkeit einer Teilrückerstattung. Ein Knackpunkt ist dabei, dass nicht der Veranstalter, sondern die Gemeinde Mendig die weitere Durchführung abgesagt hat.

Tipp

Besucher des Konzerts sollten sich an den Veranstalter wenden, ihr Ticket vorlegen und um eine Teilrückerstattung bitten. Es wurde bereits signalisiert, dass man sich außergerichtlich mit den Besuchern einigen wolle. Die Chancen stehen also gut, dass die Besucher einen Teil des Eintrittspreises erstattet bekommen. Schadensersatz (Zugticket, Benzinkosten, Übernachtungskosten etc.) gibt es dagegen keinen, da der Veranstalter das Konzert nicht absagte und zudem höhere Gewalt vorlag.

Wenn alle Stricke reißen, haben die Besucher die Möglichkeit, den anwaltlichen und gerichtlichen Weg einzuschlagen.

Anwaltliches Aufforderungsschreiben

Kommt es zu keiner Einigung zwischen dem Veranstalter und den Besuchern, sollte zunächst außergerichtlich durch ein sogenanntes anwaltliches Aufforderungsschreiben dem Veranstalter die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb einer kurzen Frist den gewünschten Teilbetrag zu zahlen.

In vielen Fällen führt bereits ein solches Schreiben zum gewünschten Erfolg der Zahlung. Nach Ablauf der in dem anwaltlichen Aufforderungsschreiben gesetzten Frist gibt es die Möglichkeit, die Forderung gerichtlich durchzusetzen.

Mahnbescheid beantragen

Zahlt der Veranstalter nicht, können die Besucher einen Mahnbescheid beantragen. Dieser wird erlassen, wenn der Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids richtig gestellt wird. Der Veranstalter bekommt den Mahnbescheid dann förmlich durch die Post zugestellt.

Nach der Zustellung des Mahnbescheids hat der Veranstalter zwei Wochen lang Zeit, die Forderung zu begleichen oder Widerspruch einzulegen. Es ist davon auszugehen, dass der Veranstalter Widerspruch einlegen würde, um die Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zu verhindern.

Geschieht nämlich zwei Wochen nach der Zustellung nichts, könnten die Besucher den Erlass eines Vollstreckungsbescheids beantragen.

Mit dem Vollstreckungsbescheid könnten die Besucher die Zwangsvollstreckung gegen den Veranstalter betreiben. Hierzu wird ein Gerichtsvollzieher beauftragt, der dann beim Veranstalter klingelt. Soweit wird es jedoch nicht kommen. 

Klage

Daneben könnte der Veranstalter auch direkt auf Teilrückerstattung des Kaufpreises verklagt werden, wenn es zu keiner Einigung kommt.


Rechtstipp vom 09.06.2016
aus dem Rechtsgebiet Allgemeines Vertragsrecht

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