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Rückforderung von Verlusten bei Online-Sportwetten

  • 1 Minuten Lesezeit

Das Landgericht Frankfurt hatte bereits entschieden, dass Verluste aus Online-Glücksspielen zurückgefordert werden können, wegen einer nicht gültigen Lizenz. Nun hat auch das Landgericht Dresden (LG Dresden, Urt. v. 13.09.2022, Az. 10 O 2570/20) entschieden, dass auch Verluste aus Online-Sportwetten zurückgefordert werden können. Im Fall des LG Dresden hatte der Spielteilnehmer ca. 8.000 Euro bei den Sportwetten im Internet verloren.

In dem Zeitpunkt zwischen August 2017 und Juni 2020 hatte der Mann von seinem Wohnort in Dresden aus an Online-Sportwetten teilgenommen. Die Webseite, auf welcher er die Online-Sportwetten abschloss, war englischsprachig. Er verlor seine gesamten ca. 8.000 Euro, welche er eingesetzt hatte. 

Fehlende gültige Lizenz

Das LG Dresden entschied, dass dem Spieler das Geld vollständig zurückerstattet werden muss. Die Beklagte Online-Sportwetten-Anbieterin habe nicht über eine in Deutschland gültige Lizenz verfügt und deshalb gegen das Verbot aus § 4 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags Sachsen verstoßen.

Jeder Online abgeschlossene Vertrag sei daher von Anfang an unwirksam, also nichtig. Daher bestehe ein Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB) auf die Erstattung der Verluste.

Von dem Verbot aus § 4 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags Sachsen seien auch Sportwetten betroffen, da diese zu Glücksspielen zählten. Für Anbieter von Glücksspielen oder Sportwetten gelte, dass immer eine notwendige Lizenz vorhanden sein müsse. Sonst sei das Angebot illegal und jeder Spieler könne seine Verluste zurückfordern.

Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Ihr Rechtsanwalt

Christian Keßler

(Diese Informationen erfolgen nicht im Rahmen eines konkreten Vertragsverhältnisses. Der Verfasser übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen.)



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