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Schadensersatz für VW-Aktionäre wegen Abgasbetrug

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Als jüngst bekannt wurde, dass die US-Umweltbehörde (EPA) gegen den Volkswagenkonzern wegen Verstößen gegen das Klimaschutzgesetz (Clean Air Act) ermittelt, kam es am 21.09.2015 zu einem Kursrutsch der Volkswagen AG Vorzugsaktien (WKN 766403) und der Volkswagen AG Inhaber-Stammaktien (WKN 766400). Die Vorzugsaktien rutschten von einem Kurs von 162,40 € am 18.09.15 bis auf 102,05 € am 23.09.15 ab. Die Stammaktien fielen von einem Kurs von 161,55 € am 18.09.15 bis auf 108,00 € am 23.09.15.

Weitere Kursverluste drohen

VW hat kürzlich eingestanden, den Schadstoffausstoß bei Dieselfahrzeugen seit Jahren zu gering angegeben zu haben. Das gesamte Ausmaß des Abgasskandals kann momentan noch nicht abgeschätzt werden. Die Software „Defeat Device”, mittels derer die VW-Fahrzeuge im Abgastest bestimmte Abgasnormen einhalten konnten, soll jedoch nicht nur bei US-Fahrzeugen zum Einsatz gekommen sein, sondern auch in Deutschland. Dementsprechend ist noch unklar wie viele Fahrzeuge aus der gesamten VW-Produktion betroffen sind. Nach aktuellem Stand wird die Zahl der betroffenen Fahrzeuge auf über 11 Mio. betroffene Fahrzeuge geschätzt. VW droht nach Meinung von Experten damit ein Milliardenverlust in zweistelligem Ausmaß.
Neben Strafzahlungen und Schadensersatzansprüchen von Käufern und Anlegern ist zudem ein nachhaltiger Imageschaden von VW zu befürchten, so dass weitere Kursverluste nicht auszuschließen sind. Die VW-Aktie fiel am heutigen Tag unter die symbolische 100-EUR-Marke, womit VW-Aktionäre allein in der letzten Woche über ein Drittel Ihres Kapitaleinsatzes einbüßen mussten.

Schadensersatz für Kursverluste aufgrund unterbliebener Informationen 

Nach dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG) sind Aktienkonzerne verpflichtet Ihre Aktionäre über wesentliche Vorgänge im Unternehmen zu informieren. Aus Dokumenten der kalifornischen Umweltschutzbehörde CARB geht hervor, dass VW bereits im Jahre 2014 von Verdachtsfällen der Abgasmanipulation in Kenntnis gesetzt wurde. Es spricht daher viel dafür, dass VW schon seit mehreren Monaten die Pflicht zur rechtmäßigen Information seiner Anleger grob verletzt hat.

VW-Aktionäre, die durch unterbliebene (Ad-hoc-)Mitteilungen von VW einen Kursschaden erlitten haben, können nun Schadensersatz nach den Vorschriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) verlangen. Der jeweilige Schadensersatzanspruch richtet sich nach den Gegebenheiten des Einzelfalls. Deshalb sollten VW-Aktionäre einen im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwalt konsultieren, um eine umfassende Prüfung und Geltendmachung ihrer Ansprüche sicherzustellen.

Bei Fragen und Problemen zum Thema Verluste aus Aktien- und Kapitalanlagen beraten wir Sie gerne durch einen unserer spezialisierten Rechtsanwälte für Kapitalmarktrecht und Verbraucherrecht.

Der Erstkontakt und die Ersteinschätzung ist für unsere Mandanten kostenlos.

Ulf Böse
Rechtsanwalt für Bank-, Kapitalmarkt- und Verbraucherrecht
Rechtanwalt und Partner bei Decker & Böse Rechtsanwälte


Rechtstipp vom 29.09.2015

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