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Scheidung: Härtescheidung

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In diesen Fällen wird das Scheidungsbegehren nicht auf das Getrenntleben der Ehegatten gestützt, sondern auf Härtegründe. Das Gesetz mutet in der Regel den Ehegatten, die noch kein Jahr voneinander getrennt leben, für die Beantragung einer Scheidung grundsätzlich zu, das Trennungsjahr abzuwarten. 

Eine Ausnahme hiervon ist nur denkbar, wenn die Fortsetzung der Ehe für den die Scheidung begehrenden Ehegatten aus Gründen, die in der Person des anderen Ehepartners liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde. 

Damit einhergehend ist das Scheitern der Ehe festzustellen. Gerade bei einer Härtefallscheidung muss die Ehe der Beteiligten nachhaltig und irreversibel zerrüttet sein.

Die Vorschrift ist eine absolute Ausnahmeregelung. Danach müssen ganz erhebliche, schwerwiegende Gründe in der Person des anderen Ehepartners vorliegen, die es dem Antragsteller/der Antragstellerin nicht zumutbar erscheinen lassen, länger an den anderen gebunden zu sein. 

Gerade mal etwas über 1 % der ausgesprochenen Ehescheidungen werden als Härtescheidung ausgesprochen. 

Eine unzumutbare Härte wurde zum Beispiel bei Alkoholmissbrauch verbunden mit Bedrohungen, Beleidigungen oder Gewalttätigkeiten angenommen, bei Morddrohungen und groben Eheverletzungen, bei Ehebruch, wenn verletzende Umstände hinzugetreten sind und bei Misshandlungen bzw. Gewalttätigkeiten.

In einem vertraulichen Gespräch müssten wir klären, ob bereits jetzt die Härtescheidung eingereicht wird oder gegebenenfalls noch einige Zeit zugewartet wird, damit „keine schmutzige Wäsche gewaschen werden muss“.

Ihre Marie-Luise Merschky

Fachanwältin für Familienrecht


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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