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Scheidung kann warten - die Steuerklasse 3 erhalten?

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Ja, das ist ein übliches Vorgehen gut verdienender Paare. Dieser Vorschlag kommt oft von der Seite des deutlich besser verdienenden Partners.

Man trennt sich, doch man wartet mit der Scheidung – denn sonst müsste ja spätestens im folgenden Kalenderjahr die schöne Steuerklasse 3 aufgegeben werden. Also zusätzlich zu den Kosten der Scheidung würde man viel mehr Steuern zahlen … das wäre doch dumm ... besser warten. So geht es ja auch.

Was in dieser Rechnung oft nicht mitbedacht wird, ist, dass mit dem jahrelangen Getrenntleben keine wirtschaftliche Entflechtung eintritt. Wenn zum Zeitpunkt der Trennung nicht eine Trennungsvereinbarung beim Notar geschlossen wird, in der die „normalen“ Folgen der Ehe beendet werden, dann werden die kommenden Jahre als Ehejahre geführt.

Wenn dann doch, irgendwann in der Zukunft, die Scheidung eingereicht wird, gelten all die Jahre des Getrenntlebens als Ehejahre. Mit der Konsequenz, das der Ausgleich der Rentenanwartschaften für alle Jahre gleich ist. Verdient einer mehr als der andere und zahlt mehr in die Rentenversicherung ein oder erwirbt Anwartschaften auf eine Betriebsrente, so wird er die Hälfte all dessen im Versorgungsausgleich verlieren.

Natürlich bekommt er im Gegenzug die Hälfte aller Anwartschaften seiner ehemals besseren Hälfte. Doch das ist oft nicht derselbe Wert.

Gerade bei Betriebsrenten werden häufig viel höhere Anwartschaften als in der gesetzlichen Rente erzielt. Deren Verlust kann nachträglich nur schwer wieder gutgemacht werden.

Auch im Zugewinn sind getrennt verlebte Jahre ohne Trennungsvereinbarung wie Ehejahre. Im Ergebnis wird der Wertzuwachs auf den Konten oder des Familienheimes also zwischen beiden geteilt, unabhängig davon, wer es angespart oder abgezahlt hat.

Mit der Scheidung zu warten, kann also unerwartet teuer werden. Mein Tipp: Lassen Sie sich beraten. Eine Erstberatung im Familienrecht wird oft von der Rechtsschutzversicherung übernommen. Sie darf laut Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ohne explizite Regelung nicht mehr als 190 EUR plus MWSt. kosten. Unberaten zahlt so mancher ein Vielfaches!


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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