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Scheidungstipps

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  1. Versuchen Sie sich im stillen Kämmerchen darüber klar zu werden, ob Sie wirklich eine Trennung wollen, und wenn ja, ob diese Trennung ( vorübergehend) nur vorläufig oder endgültig sein soll. Denn oft kommen Menschen zu mir in die Erstberatung und erwarten sich, dass Sie hier von mir hören, ob Sie mit ihrem Partner Schluss machen sollen, oder nicht. Diese für Ihr Leben wichtige Entscheidung kann Ihnen aber niemand (!) – daher auch kein Freund, kein Verwandter – abnehmen. Denn jede Situation ist ganz individuell. Zudem muss man prüfen, ob man sich eine Scheidung überhaupt finanziell leisten kann. Hiermit meine ich nicht die Kosten für ein Scheidungsverfahren, sondern für das Leben danach. Denn viele Frauen haben kein ihren Lebensbedarf deckendes Eigeneinkommen bzw. Pension. Erfahrungsgemäß bedeutet eine Scheidung eine Verminderung des Familienvermögens um ca. ein Drittel – denn die Bestreitung von zwei Haushalten kosten nun mal mehr als einer.

  2. Binden Sie nicht alle Freunde und Verwandte in Ihre Scheidungssituation ein. Sie werden ansonsten nur mit „guten Ratschlägen“ überhäuft, die natürlich alle geprägt sind von der subjektiven Einstellung des jeweiligen Ratgebers. Viele dieser Ratschläge stimmen auch rechtlich nicht, und führen dann bei Ihnen nur zur Verwirrung. Letztlich können Sie diese gutgemeinten Tipps, da diese mitunter eben rechtlich nichtrichtig sind, teuer zu stehen kommen. So stimmt es in etwa nicht, dass man als Mutter immer die Kinder sowie die Wohnung und als Frau einen Ehegattenunterhalt bekommt. Auch kommt es oft vor, dass sich Paare wieder versöhnen, und es dann im nach hinein sehr unangenehm ist, wenn der gesamte Freundes-, und Verwandtenkreis in die dann doch nicht vollzogene Trennung und Scheidung eingebunden worden ist.

  3. Machen Sie eine Aufstellung Ihrer Aktiva (Immobilien, Wertpapiere, Ersparnisse, Versicherungen – bei welcher Bank; bei welchem Versicherungsinstitut, Kontonummer, Policennummer, lautend auf wen?) und Passiva (Schulden) Überlegen Sie für sich selbst, wie Sie die Aufteilung des ehelichen Vermögens gerne vornehmen würden. Ebenso überlegen Sie sich eine Kinderbetreuung, welche für beide Elternteile lebbar und realistisch ist. Ein Kind hat ein Anrecht auf einen Kontakt zu beiden Elternteilen. Trennen Sie die Paarebene von der Elternebene. Besprechen Sie dann diese Vorstellungen mit einem Rechtsexperten.

  4. Sammeln Sie Beweise für ein allfälliges Verschulden des Partners an der Zerrüttung.

  5. Vielen Menschen hilft in dieser schwierigen Zeit die Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe. Der Vorteil hierbei ist auch, dass ein Therapeut der Verschwiegenheit unterliegt und nicht von Sympathien/ Antisympathien gegenüber dem Partner geleitet ist. Der Therapeut gibt professionelle Hilfestellung.

  6. Unter einer Scheidung leiden Kinder und oft auch der Beruf, viele rutschen in ein Burn-out. Es ist daher ganz wichtig sich einen Ausgleich, z.B. durch Sport zu schaffen.

  7. Unbedingt (zumindest eine Erstberatung) rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Gerade bei einer Scheidung kann rechtlich viel schief laufen, und eine Scheidungsvereinbarung ist im Nachhinein kaum anfechtbar.

  8. Konfrontieren Sie Ihren Partner mit Ihrem Scheidungswunsch am besten erst, nachdem Sie eine rechtliche Beratung in Anspruch genommen haben.

  9. Zur Ausarbeitung der Scheidungsvereinbarung empfiehlt sich die Inanspruchnahme einer Mediation, die so erarbeitete Vereinbarung kann dann noch einmal von einem Rechtsanwalt rechtlich gecheckt werden. Erfahrungsgemäß kommen Verfahren, bei welchen ein Mediator hinzugezogen wird, meist schneller (und sohin letztlich auch kostensparenden) zu einem für beide Teile akzeptablen Ende.

  10. Last but not least: „Jedes Ende ist der Beginn von etwas Neuem“, und hat man eine schwierige Zeit überwunden, kann man im Nachhinein stolz auf sich sein, und ist bereit für einen Neubeginn.

Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Unterhaltsrecht Österreichisches Recht

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