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Schenkung oder Erbschaft an die minderjährigen Enkelkinder – wer verwaltet das Vermögen?

Rechtstipp vom 08.05.2017
Rechtstipp vom 08.05.2017

Die Absicherung der Enkelkinder ist Großeltern ein häufiges Anliegen, sei es durch lebzeitige Schenkungen oder durch letztwillige Verfügungen. Gerade bei größeren Vermögen bieten frühe lebzeitige Vermögensübertragungen auch steuerliche Vorteile. 

Dabei muss sich der Schenkende/Vererbende aber der Tatsache bewusst sein, dass ohne eine anderweitige Regelung das Vermögen des minderjährigen Kindes durch die Sorgeberechtigten verwaltet wird. Das sind in den meisten Fällen beide Eltern gemeinsam, auch wenn diese nie zusammengelebt oder sich zwischenzeitlich getrennt haben. Spätestens in dieser Situation entspricht es regelmäßig nicht dem Wunsch des Schenkenden/Vererbenden, dass auch der „familienfremde“ Elternteil an der Verwaltung des Vermögens des Enkelkindes beteiligt ist.

Möchten die Großeltern dies verhindern, müssen sie bereits bei der Zuwendung oder in der letztwilligen Verfügung den familienfremden Elternteil von der Vermögenssorge ausschließen. Dieser ist damit bezüglich des zugewandten Vermögenswerts von Anfang an nicht sorge- und vertretungsberechtigt, sondern allein der familienzugehörige Elternteil, also das eigene Kind des Schenkenden. Es können auch beide Elternteile ausgeschlossen und ein Pfleger benannt werden. Weiterhin kommt im Fall der Zuwendung von Todes wegen die Errichtung einer Testamentsvollstreckung in Betracht.

Wurde eine solche Erklärung bei der Zuwendung oder im Testament versäumt, ist die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Vermögenssorge – bis auf wenige Ausnahmen – nur mit Zustimmung des familienfremden Elternteils möglich und muss gerichtlich erfolgen. Gerade bei streitigen Ehescheidungen besteht die letzte Gelegenheit, diese Zustimmung zu erhalten, zumeist im Rahmen der Verhandlungen über die Scheidungsfolgen und muss hier unbedingt thematisiert werden. Die formelle gerichtliche Übertragung der Vermögenssorge kann nach einer entsprechenden Einigung recht unkompliziert im Scheidungsverfahren erfolgen. 


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Betreuungsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Mediation, Pflegerecht

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