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Schmerzensgeld nach Unfall

Rechtstipp vom 26.05.2017
Aktualisiert am 29.05.2017
Rechtstipp vom 26.05.2017
Aktualisiert am 29.05.2017

Schmerzensgeld nach Autounfall

Schmerzensgeld nach einem Unfall kann immer dann beantragt werden, wenn Sie unverschuldet von einer anderen Person geschädigt worden sind. Dies kommt insbesondere im Straßenverkehr vor. Ohne auf die gesetzlichen und rechtlichen Regelungen einzugehen, soll an dieser Stelle erläutert werden, wie Sie Schmerzensgeld nach einem Unfall bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung geltend machen.

Schmerzensgelds, wer kann es nach einem Unfall beantragen?

Wenn Sie als Geschädigter unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt worden sind, dann haben Sie neben dem Schaden am Auto, dem Schadensersatzanspruch, in der Regel auch eine Verletzung erlitten. Dies kann z.B. ein Schleudertrauma sein. Auch starke Prellungen sind denkbar.

Schmerzensgeld bei Personenschaden

Schmerzensgeld nach einem Unfall besteht neben weiteren Ansprüchen. So ist der Schädiger und dessen Haftpflichtversicherung zum Ausgleich sämtlicher Kosten verpflichtet, die im Zusammenhang mit dem Unfall anfallen. Dies können Kosten für die Heilbehandlung sein, Verdienstausfall, Erwerbsminderung, Haushaltsführungsschaden usw. Das Schmerzensgeld nach Unfall ist also ein gesonderter Schadensersatzanspruch, der neben die vorgenannten Ansprüche tritt. Man spricht bei dem Schmerzensgeld auch von der s.g. Ausgleichsfunktion. Des Weiteren kommt dem Schmerzensgeld eine s.g. Genugtuungsfunktion im Hinblick darauf zu, dass der Schädiger dem Geschädigten Genugtuung für das schuldet, was dieser ihm durch den Unfall angetan hat. 

Höhe des Schmerzensgeldes 

Gemäß § 253 BGB ist dem Geschädigten nach Unfall eine angemessene Entschädigung in Geld zu leisten. Was insgesamt angemessen ist, bestimmt sich nach dem Einzelfall. In der Praxis haben sich insoweit Schmerzensgeldtabellen und Urteilssammlungen herausgebildet, die ausführen, für welche Körperschäden welche Schadensbeträge zugesprochen werden können. Eine frei zugängliche Urteilssammlung findet sich in der Celler Schmerzensgeldsammlung, die vom OLG Celle herausgegeben wird. Diese liefert eine erste Einschätzung für die Höhe des Schmerzensgeldes. 

Schmerzensgeldtabelle als Anhaltspunkt

Diese Tabellen und Sammlungen sind jedoch nicht als starre Gerüste zu verstehen. Vielmehr wird das Schmerzensgeld im Einzelfall und konkret bemessen. Dies liegt daran, dass die Höhe des Schmerzensgeldes von verschiedenen Faktoren abhängig ist. So wird ein höheres Schmerzensgeld zu zahlen sein, wenn sich ein Rechtshänder den rechten Arm bricht. Dies liegt einfach daran, dass der rechte Arm stärker beansprucht wird, als der linke Arm. Es liegt deshalb in der Natur der Sache, dass stärkere Beeinträchtigungen vorliegen. 

Was bestimmt das Schmerzensgeld nach einem Unfall?

Der Schmerzensgeldanspruch nach Unfall ist von verschiedenen Faktoren abhängig. 

  • Dauer der Erkrankung bzw. Arbeitsunfähigkeit 
  • psychische oder soziale Folgen
  • eventuelles Mitverschulden, was den Schmerzensgeldanspruch mindert
  • Umfang der unmittelbaren Verletzungen, wie Knochenbrüche, Fleischwunden etc.

Aus den vorgenannten Faktoren lässt sich ableiten, sich im Einzelfall nicht auf eine pauschale Vergleichs- und Abfindungserklärung der Versicherung einzulassen. Dies folgt einfach daraus, dass Sachbearbeiter der Versicherung sich nicht mit dem konkreten Einzelfall bei der Bemessung des Schmerzensgeldes nach Unfall auseinandersetzen werden. 

Dies können Sachbearbeiter bei der Versicherung auch gar nicht leisten. Es erfordert nämlich einen gewissen Zeitaufwand, sich mit dem Geschädigten auseinanderzusetzen und die Beeinträchtigungen durch den Verkehrsunfall genau zu dokumentieren und abzusprechen. Berücksichtigt wird beim Schmerzensgeld nach Unfall insbesondere die spezielle und individuelle Situation des Betroffenen. Dies gilt insbesondere dann, wenn psychische und soziale Folgen nach dem Autounfall, bzw. Verkehrsunfall, bestehen oder aber der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

Voraussetzungen für das Schmerzensgeld nach Unfall

Als Geschädigter sind Sie insgesamt nachweispflichtig für sämtliche Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeldansprüche. Die Beweislast liegt beim Geschädigten. Es muss also nachgewiesen werden, dass die Schäden, die Sie erlitten haben, Unfallbedingt sind, damit Schmerzensgeld nach Unfall geltend gemacht werden kann.

Zu berücksichtigen ist, dass von einer Versicherung oft eingewandt wird, dass das Ausmaß wirklich auf den Unfall zurückzuführen ist. Gerne genommen wird insoweit ein Vorschadenseinwand, welcher insbesondere bei älteren Menschen erhoben wird. Dies ist jedoch nicht zutreffend. Es wäre nämlich eine zulässige Risikoverteilung, weil es schlichtweg dem Zufall geschuldet ist, wer nach einem Verkehrsunfall geschädigt wird, bei dem der Schmerzensgeldanspruch nach Unfall besteht.

Schmerzensgeld und Schweigepflichtentbindungserklärung

Da Sie insgesamt nachweispflichtig für die Schäden sind, müssen Sie Ihren Arzt von der ärztlichen Schweigepflicht entbinden. Dies ist deswegen notwendig, weil erst der ärztliche Behandlungsbericht Aufschluss über die konkreten Verletzungen und die Dauer der Beeinträchtigung hergibt. Über die Versicherung wird sodann der ärztliche Behandlungsbericht bei Ihrem behandelnden Arzt angefordert, damit das Schmerzensgeld beziffert werden kann. Dieser Arztbericht wird nicht nur der Versicherung zur Verfügung gestellt, sondern auch Ihrem Anwalt. Versicherung und Anwalt haben insoweit den selben Sach- und Kenntnisstand bei der Bezifferung des Schmerzensgeldes.

Bitte beachten Sie, dass Sie es bei den Sachbearbeitern bei der Versicherung vielfach mit speziell geschulten Fachleuten zu tun haben. Diese werden natürlich versuchen, den Schmerzensgeldanspruch möglichst gering zu halten, weil eine Versicherung auch wirtschaftlich denkt. Man sollte die Bezifferung des Schmerzensgeldes nach einem Unfall nicht dem Schädiger und dessen Haftpflichtversicherung überlassen, da Sie Gefahr laufen berechtigte Ansprüche verlustig zu gehen.

Schmerzensgeld ist Anwaltssache

Es ist ratsam, wenn Sie Ihre Ansprüche aus dem Verkehrsunfall, d.h. die Schadensersatzansprüche sowie das Schmerzensgeld, Heilbehandlungskosten, Haushaltsführungsschaden usw. von einem Anwalt bei der Versicherung geltend machen lassen. Ohne anwaltliche Hilfe wird es schwerlich möglich sein, entsprechende und angemessene Schmerzensgeldzahlungen zu erlangen. Auch kann Ihnen ein Anwalt insoweit die Einschätzung geben, ob eine Klage auf Schmerzensgeld nach Unfall Aussicht auf Erfolg hätte.

Schmerzensgeld, es entstehen keine Anwaltskosten nach Unfall

Man muss es auch an dieser Stelle wiederholen, dass nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall keine Anwaltskosten auf den Geschädigten zukommen. Dies liegt daran, dass die Anwaltskosten Teil des Schadensersatzes sind. Es gebietet das Gebot der Waffengleichheit, dass Sie einen Anwalt zu Rate ziehen können. Wenn Sie also einen Anwalt nach einem Verkehrsunfall beauftragen, den Sie nicht verschuldet haben, dann entstehen Ihnen hierfür keine Kosten. Die Anwaltskosten werden bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung als Teil des Schadensersatzes geltend gemacht.

Schmerzensgeld, keine Rechtsschutzversicherung nötig

Aus den vorgenannten Gründen ist es auch nicht nötig, dass Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen. Die Haftpflichtversicherung muss sämtliche Kosten tragen. Anzumerken ist auch, dass die anwaltlichen Gebühren prozentual zu dem geltend gemachten Schadensersatzanspruch und Schmerzensgeldanspruch steigen. Dies bedeutet, dass wenn die Versicherung an Ihrem Schadensersatzanspruch und Schmerzensgeldanspruch spart, diese auch an den Rechtsanwaltsgebühren spart. Letzteres ist nicht in unserem Interesse, da wir uns ausschließlich auf das Verkehrsrecht spezialisiert haben und im Sinne der Gebührenoptimierung sämtliche Tricks und Kniffe der Versicherung kennen.

Nehmen Sie daher unverbindlich Kontakt auf, wenn Sie eine Beratung nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall benötigen.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht

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