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Schmerzensgeld und Schadensersatz im Strafverfahren realisieren: Das Adhäsionsverfahren

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Schmerzensgeld im Strafverfahren = Adhäsionsverfahren!

Sie sind Geschädigter durch eine Straftat. Sie haben Schmerzen und/oder einen Schaden erlitten oder leiden noch heute unter den Folgen der Tat. Früher musste man parallel zum Strafverfahren ein eigenes Zivilverfahren vor Gericht führen, um ein Urteil, also einen Titel, zu erstreiten.

Diese Zeiten sind vorbei. Nunmehr gibt es die Möglichkeit, seine zivilrechtlichen Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gleich im Strafverfahren des Täters und Schädigers geltend zu machen!

Damit sparen Sie Geld und Zeit.

Wieso das? Ganz einfach: Es entscheidet nur ein Gericht. Und zwar das Gericht, das auch über die Schuld des Täters befindet. Dieses Gericht kennt den Sachverhalt und vor allem auch die Gesinnung des Täters. Das Gericht erhält über den Prozess einen umfassenden Einblick in die zur Tat führenden Umstände, Tatfolgen für das Opfer sowie auch Nachtatverhalten des Täters.

Das Gericht ist also umfassend informiert über sämtliche Umstände, die für die Bemessung des Schmerzensgelds notwendig sind. Zugleich können auch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Auch hierzu kann/wird das Gericht Feststellungen treffen.

Der Nachteil eines gesonderten Zivilverfahrens für das Schmerzensgeld oder den Schadensersatz, dass ein solches Verfahren regelmäßig etliche Monate, wenn nicht Jahre dauert, bis es einen Abschluss findet. Zudem ist der Richter am Zivilgericht auch nicht an die Feststellungen des Strafrichters gebunden. Mag der Strafrichter noch die Schuld des Angeklagten erkannt haben, sieht der Zivilrichter das vielleicht ganz anders und versagt Ihnen sodann das Schmerzensgeld.

Woran liegt das?

Das Zivilverfahren ist ein sogenannter Parteiprozess. Die Parteien, also Täter und Opfer, müssen alles zum Prozess selbst beitragen und sodann Beweis für ihre jeweilige Behauptung anbieten.

Im Strafverfahren gilt der Amtsermittlungsgrundsatz. Das bedeutet, das Gericht selbst hat dafür Sorge zu tragen, dass der Sachverhalt vollständig aufgeklärt wird. Zudem ist das Opfer im Strafverfahren Zeuge und nicht nur Partei. Der Zeuge selbst dient als Beweismittel.

Natürlich gibt es auch im Adhäsionsverfahren die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu erhalten. Die Voraussetzungen dafür richten sich nach den gleichen Grundsätzen wie in einem Zivilverfahren.

Fazit: Das Adhäsionsverfahren ist ein kostengünstiger, schneller und praktikabler Weg, Schmerzensgeld- und Schadensersatzsprüche geltend zu machen und titulieren zu lassen.


Rechtstipp vom 26.01.2018
Aktualisiert am 03.02.2018
aus der Themenwelt Strafanzeige und Strafantrag und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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