Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Schwanger – und schon weiß es der ganze Betrieb

Rechtstipp vom 24.09.2018
Rechtstipp vom 24.09.2018

Eine Pflicht, seinem Arbeitgeber von einer Schwangerschaft zu unterrichten besteht nicht. In § 15 I MuSchG heißt es lediglich, dass „eine schwangere Frau […] ihrem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft […] mitteilen [soll]“. Trotzdem ist dies ratsam, da nur so sichergestellt werden kann, dass der Arbeitgeber die besonderen Rechte von Schwangeren auch wahren kann. Dies sind beispielsweise das Verbot der Nachtarbeit gem. § 5 MuSchG, das Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit gem. § 6 MuSchG oder die Freistellung zum Zwecke von Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft gem. § 7 MuSchG ohne Lohnausfall (§ 23 I MuSchG).

Schweigepflicht des Arbeitgebers:

Genauso wie Arbeitnehmer zur Verschwiegenheit bzgl. Betriebsgeheimnisse verpflichtet sind, unterliegt der Arbeitgeber einer Geheimhaltungspflicht hinsichtlich persönlicher Informationen über seine Arbeitnehmer. Insbesondere wenn der Arbeitnehmer ein berechtigtes Interesse daran hat, dass diese geheim gehalten werden. Hierzu gehören zum Beispiel Krankheit oder Schwerbehinderung und eben auch das Vorliegen einer Schwangerschaft.

Gesetzlich geregelt ist dies im Mutterschutzgesetz (MuSchG). Es verbietet ausdrücklich die unbefugte Bekanntgabe der Schwangerschaft einer Frau gegenüber Dritten. Es ist die alleinige Entscheidung der Arbeitnehmerin, wann, wie und vor allem wem sie davon erzählen möchte. Der Arbeitgeber hat kein Recht, diese Entscheidung vorwegzunehmen und Kollegen zu informieren.

Es gibt jedoch Ausnahmen:

Die Verschwiegenheitsverpflichtung des Arbeitgebers besteht jedoch nicht grenzenlos. Besonders Personen, die zur Einhaltung der Vorschriften aus dem MuSchG verpflichtet sind, darf der Arbeitgeber über eine Schwangerschaft informieren. Dies ist im Interesse der Arbeitnehmerin erforderlich. Zu diesen Personengruppen können z. B. der Betriebsrat oder die Personalabteilung gehören.

Anspruch auf Schmerzensgeld

Teilt der Arbeitgeber das Vorliegen einer Schwangerschaft unbefugten Dritten mit, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Schmerzensgeld. In der Praxis wird dieser jedoch nur selten geltend gemacht, um den Betriebsfrieden zu wahren.


Rechtstipps aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.