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SHB Fonds Erlenhofpark: Prozess gegen Vermittlerin schafft Einblick in die Vertriebspraxis der AFD GmbH

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Fast jeden Tag sammeln die auf das Bank- und Kapitalanlagerecht Gröpper Köpke Rechtsanwälte neue Informationen zur Geschäftspraxis der Initiatoren und Vertriebe bei der Vermittlung der SHB Fonds. "Aber das ist", findet Rechtsanwalt Matthias Gröpper, krasser Vorgang."

Die Hamburger Anlegeranwälte, die die größte Schutzgemeinschaft für SHB Anleger vertreten, hatten für einen Betroffenen des Fonds SHB Innovative Finanzkonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching (Erlenhofpark, heute Sonnenhöfe Unterhaching GmbH & Co. KG)eine Schadensersatzklage gegen die Vermittlerin, die Oberhachinger AFD GmbH, vertreten. Und die verkündete der Betreuerin den Streit.

Daraufhin packte die aus. "In der mündlichen Verhandlung erklärte sie, wie die AFD GmbH sie geschult hat: 'Bei Schulungen, die wie alle 14 Tage sonnabends hatten, ist das ja so eingetrichtert worden, dass man nur bestimmte Risikopunkte schildert. Dann sollte der Prospekt übergeben werden mit der Frage, ob auch die anderen Punkte noch erörtert werden sollten. Da die Gespräche oft abends waren, hatten die Kunden dann die Nase voll und wollten das das zu Hause machen. Sicherlich haben das die Wenigsten getan. Uns sind ja nie alle Punkte des Prospekts erklärt worden. Ich habe ja selber eine solche Anlage gezeichnet, andere auch,  und das hätten wir doch nie getan, wenn es geheißen hätte, es könne einem passieren, das man Geld verliert oder noch welches mitbringen muss. Da hätte man doch nie im Leben unterschrieben. Bei den Schulungen ist uns beispielsweise gesagt worden, dass wir [bestimmte Risiken] erläutern sollen. Das Totalverlustrisiko war nicht drunter.'"

Das ist, findet Gröpper Köpke Rechtsanwältin Sequeira, richtig heftig. "Scheinbar hat die AFD GmbH zunächst Vermittler getäuscht und, praktisch, im Anschluss daran die Kunden über die getäuschten Vermittler veranlasst, riskante, spekulative Investments zu kaufen, mit denen die alles verlieren können. Und sicher nichts für die Vorsorge sind." Natürlich bestreitet die AFD GmbH das und weist der Vermittlerin die Schuld zu.  "Aber wer", meint Rechtsanwalt Matthias Gröpper, "hätte diese Sachen gekauft, wenn er darauf hingewiesen worden wäre, dass er alles verlieren kann und, beispielsweise als Ratenzahler, auch noch im schlimmsten Fall auf eine Beteiligung jahrelang zahlen muss, die wertlos ist. Meistens werden die Anleger erst von uns darauf hingewiesen. Und das hätte eigentlich der Anlageberater erledigen müssen."

Zudem riet die beklagte Vermittlerin dem Kunden auch noch, eine Lebensversicherung zu kündigen und das Geld unter anderem in dieses, finden die Gröpper Köpke Rechtsanwälte, zweifelhafte Investment zu stecken.

Dem Landgericht reichte das. Es verurteilte die AFD GmbH. Die muss jetzt dem Anleger alles, was er eingezahlt hat, ersetzen und ihn von allen zukünftigen Verbindlichkeiten freistellen und auch noch die Prozesskosten ersetzen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Zum Himtergrund. Die SHB Gruppe hat seit 2001 sechs geschlossenen Fonds platziert. Dazu zählen die Fonds SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. BusinessPark Stuttgart KG, SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Carre Göttingen KG, SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG, SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvosorge KG, SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Objekte Fürstenfeldbruck und München KG und die SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG.

Nach der Einschätzung der Hamburger Gröpper Köpke Anlegeranwälte sind alle Fonds problematisch. Die Betroffenen drohen viel Geld zu verlieren. Wenn das Konzept nicht aufgeht. Und haben deshalb schon für sehr viele Anleger Schadensersatzansprüche geltend gemacht. Ganz überwiegend mit Erfolg.


Rechtstipp vom 03.08.2015
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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