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Shiny Flakes und das Nachbeben – Beschuldigtenvernehmungen ohne Ende

Rechtstipp vom 17.04.2016
Rechtstipp vom 17.04.2016

Nachdem der „Versandhandel für spezielle Produkte“ „Shiny Flakes“, „der strafrechtlichen Insolvenz“ zum Opfer gefallen ist und der Betreiber, ein 21-jähriger „Unternehmer“ seine siebenjährige Jugendstrafe absitzt (er wurde vom Landgericht Leipzig für schuldig befunden, 914 kg Drogen gehandelt über das Darknet und Clearnet, für Bitcoins in Höhe von 4,4 Mio. Euro, verkauft zu haben), gibt es auch weiterhin Strafverfahren gegen damalige Kunden von „Shiny Flakes“.

Der Handel wurde aus Deutschland betrieben. Bei den meisten Drogenbestellungen über das Internet erfolgen die Lieferungen aus dem Ausland und können daher bei der Zollkontrolle „hängenbleiben“. Das führt zu einer zeitnahen Kontaktaufnahme mit dem Kunden, sei es durch eine Durchsuchung oder der klassischen Einladung von der Polizei zur Beschuldigtenvernehmung.

Im vorliegenden Fall spielt der Zoll keine Rolle. Bei der Durchsuchung von dem Betreiber von „Shiny Flakes“ hat die Polizei im letzten Jahr eine Festplatte gefunden, auf der, wie bei einem normalen Versandhandel, Kunden und deren Bestellstatus festgehalten wurden.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Leipzig geht diese Liste nach und nach durch und ist wohl immer noch nicht am Ende angekommen.

Die Vorladungen wegen des Verdachts auf einen BtMG-Verstoß sind also noch immer möglich und gehen auch weiterhin von der zuständigen Behörde raus.

Es darf davon ausgegangen werden, dass die Liste sehr lange ist und nachdem der beschuldigte Käufer dann auf der Liste entdeckt wurde, muss noch die Zuständigkeit geklärt und der Fall nicht nur getrennt angelegt werden, sondern auch noch weitergeleitet und erneut von der Staatsanwaltschaft vor Ort erfasst und bearbeitet werden.

Daher sind auch noch Verfahren hinsichtlich Bestellungen von vor über 1-3 Jahren durchaus realistisch.

Die Folgen für den Beschuldigten können auch bei kleineren Mengen extrem sein.

Abgesehen von der drohenden Geld- oder Haftstrafe und der möglichen Eintragung in das Führungszeugnis, können die Nebenstrafen von erheblicher Bedeutung für den Beschuldigten sein.

Hier drohen vor allem die Entziehung der Fahrerlaubnis, Disziplinarverfahren und weitere Strafen bei bestimmten Berufsgruppen, wie zum Beispiel dem Beamten, Erzieher oder Ausbilder von Jugendlichen, Soldaten, Piloten oder Mitarbeiter an Flughäfen.

Ohne Akteneinsicht und anschließender qualifizierter Verteidigung kann die vermeintlich einfache Bestellung in der Vergangenheit zu einem schweren Fall in der Zukunft werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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