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Sind Cannabissamen legal oder nicht?

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Die Frage wird immer wieder einmal gestellt, also deshalb hier mal zur Klarstellung:

Cannabis-Samen sind Betäubungsmittel im Sinne des § 1 BtMG. Warum? Weil sie als Pflanzenteile ausdrücklich in der Anlage I des BtMG genannt sind.

Es ist egal, dass sie keinen Wirkstoff enthalten. Sie brauchen auch nicht mehr keimfähig sein.

Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn die Samen nicht zum unerlaubten Anbau bestimmt sind. Und wer zehn Samen für 20 - 200 Euro kauft, der wird kaum glaubhaft vortragen können, er wolle die nur so sammeln oder als Köder zum Angeln benutzen.

Nein, das glaubt wirklich keiner. Wer also Samen etwa bei einem der großen spanischen Versender, etwa dem, dessen Firmennamen sich auf Damenwahl reimt, nach Deutschland bestellt, verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz. Es bräuchte schon große Überzeugungskünste, um dem Richter zu erklären, dass die Karpfen im Teich um die Ecke am besten anbeißen, wenn man Super-Skunk-Samen als Köder auswirft. Klar könnte man vor Ort versuchen, den Richter davon zu überzeugen, aber darauf würde ich es nicht ankommen lassen.

Derlei schwache Versuche von Ausreden werden nicht erfolgreich sein. Und wenn die Samen weshalb auch zwischendurch abgefangen werden, ist die Hausdurchsuchung so gut wie sicher. Auch nicht immer gleich, sondern gerne ein paar Monate später, wenn die Ernte zu erwarten ist und die Auskunft Ihres Stromversorgers vorliegt, dass Sie zwar alleine wohnen aber so viel Strom verbrauchen wie eine Großfamilie, die die Wohnung mit Elektroradiatoren heizt. Die Samen alleine reichen schon allemal für einen Durchsuchungsbeschluss. Liegen allerdings Erkenntnisse vor, dass der Stromverbrauch schon länger höher ist, werden sich ein paar Zivilpolizisten einmal Ihr Haus von außen ansehen und nach verdunkelten Fenstern und ähnlichen Auffälligkeiten suchen.

Der Handel von Nutzhanfsamen mit EU-Zulassung ist hingegen von den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften ausgenommen. Wer diese aber ohne Erlaubnis anbaut, verstößt auch gegen das BtMG, egal wie wenig THC in den Pflanzen enthalten ist.

 


Rechtstipp vom 03.09.2015
aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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