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Skandal um Börsenguru Markus Frick: nächster Zeuge packt aus

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31.01.2014: wie unter anderem die WirtschaftsWoche berichtet, hat an einem weiteren Prozesstag vor dem Landgericht Frankfurt ein nächster Beschuldigter umfassend zum Tatvorwurf der Marktmanipulation und des versuchten beziehungsweise vollendeten bandenmäßigen Betruges ausgesagt. Der neben Frick ebenfalls seit geraumer Zeit in Untersuchungshaft sitzende Mischa H. aus Königstein berichtete über intensive Kontakte zu einem israelischen Staatsbürger, der großes Interesse am „pushen" der Aktie der französischen Handelsplattform „LetsBuyIt" gezeigt habe. Der Israeli hätte selber mehrere Millionen Stücke des Unternehmens gehalten. Als Provision sein hier für erreichte Wertsteigerungen bis zu 50 % für die Bande um Markus Frick vereinbart worden, zuzüglich weitere 20 % für die Vermittlung der E-Mail-Adressen respektive die Kontaktanbahnung. Die Rede ist hier von bis zu 250.000 Kontaktdaten, rund 3000 hiervon hätten in Folge den Börsenbrief „Deutscher Aktiendienst" abonniert. Letztlich seien in mehreren Tranchen per Kurier gut 2 Millionen € in bar nach Frankfurt verbracht worden. Mischa H. habe die gesamte Summe in Empfang genommen, einige 10.000 € für sich behalten, außerdem jeweils den Kurier entlohnt und den Rest dann zu Frick nach Sinsheim gebracht. Weiter schilderte H. unter anderem am Beispiel der Aktie von Venatus, wie die Marktmanipulationen im Einzelnen abliefen: hier sei vorab verabredet worden, den Kurs innerhalb kürzester Zeit auf vier Euro hochzutreiben, anschließend sollten jeweils täglich Steigerungen von 3-5 % erfolgen. Mittel zum Zweck waren hier präzise geplante und jeweils limitierte Verkaufs- und Kauforders im Zusammenspiel mit den Veröffentlichungen im Börsenbrief.

Der mittlerweile seit rund einem Jahr in Untersuchungshaft sitzende Kopf der Bande, Markus Frick, hatte bereits am zweiten Prozesstag im vergangenen Jahr die Manipulation der Aktie von „LetsBuyIt" eingestanden und dem Gericht angeboten, die hier verbliebenen rund 1,2 Millionen € zurückzugeben. Wie berichtet wird, war er auch in einer weiteren Verhandlung am 23.12.2013 hinsichtlich weiterer Tatvorwürfe überwiegend kooperativ und geständig. Der von der zuständigen Staatsanwaltschaft erhobene Vorwurf der Marktmanipulation dürfte hiermit hinreichend belegt sein, fraglich steht allerdings, ob auch der versuchte respektive vollendete bandenmäßige Betrug nachweisbar sein wird. Hier stehen hohe Freiheitsstrafen im Raum, je Tateinheit sind gesetzlich bis zu fünf Jahre Haft vorgesehen. Der einschlägig vorbestrafte Frick muss jedenfalls damit rechnen, dieses Mal nicht mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen.

Wir empfehlen erneut dringend allen bislang untätig gebliebenen geschädigten Anlegern und Beziehern des Börsenbriefes „Deutscher Aktiendienst", umgehend rechtliche Schritte mithilfe entsprechend erfahrener anwaltlicher Betreuung zur Sicherung bestehender Schadensersatzansprüche zu unternehmen. Eine erwartbare Verurteilung des respektive der Verantwortlichen wird hier hohe Erfolgsaussichten für die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen sichern. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass eine Verurteilung von Verantwortlichen in solcherart Anlegerbetrugsprozessen keineswegs automatisiert zu einer Entschädigung Betroffener führt, vielmehr muss hier jeder einzelne auf zivilrechtlichem Wege einen sogenannten Titel erwirken, mithilfe dessen berechtigte Ansprüche in das Vermögen der gegebenenfalls Verantwortlichen respektive Organe einer Gesellschaft hinein vollstreckt werden können. Im Rahmen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen beschlagnahmtes Vermögen (Vermögensgegenstände) wird hingegen häufig dem sogenannten Verfall überantwortet, d. h., dieses geht in staatliches Eigentum über. Im letzten Prozess in Berlin wurde Frick beispielhaft wegen Marktmanipulation in 36 Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, gleichzeitig wurde Geldvermögen in Höhe von rund 43 Millionen € zugunsten der Staatskasse für verfallen erklärt. Da typischerweise in entsprechenden Verfahren kaum genügend Kapital verbleibt, um sämtliche Schäden in alle Richtungen abzudecken und überdies zivilrechtliche Titel prioritär, also in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt werden, ist umgehendes Handeln geboten.

Die Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich über die Jahre auf den Gebieten des Wirtschafts-, Banken- und Kapitalmarktrechts eine hervorragende Expertise erworben und vertritt in der Betrugssache Frick bereits eine Vielzahl von Geschädigten. Entsprechende Klagen sind hier bereits fertiggestellt beziehungsweise auf dem Wege, gerne dürfen auch Sie sich zur nachhaltigen Durchsetzung Ihrer berechtigten Ansprüche an uns wenden. Ansprechpartner auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung der Sachlage innerhalb der Kanzlei ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 03.02.2014

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