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Smiley im Arbeitszeugnis

Rechtstipp vom 24.06.2014
Rechtstipp vom 24.06.2014
Smiley im Arbeitszeugnis
anwalt.de kurios - skurrile Ereignisse zum Thema Recht

Dass es in Zeugnissen allerhand Geheimzeichen geben soll, wird ja stets vermutet. Aber Smileys – sollen deren Bedeutungen nicht gerade offensichtlich sein? Und kann man wirklich einen lächelnden Smiley im Arbeitszeugnis verlangen?

Das Arbeitsgericht Kiel entschied nun in einem Fall zugunsten des gekündigten Arbeitnehmers. Der Unternehmer wurde im Streit um das Arbeitszeugnis ganz konkret dazu verurteilt, einen „Smiley mit einem lachenden Gesicht“ aufzunehmen. Der Arbeitgeber dürfte darüber ein weniger erfreutes Gesicht gemacht haben.

Nichts mehr zu lachen?

Dass das Arbeitsverhältnis nicht fortgesetzt würde, darüber war man sich schon einig. Aber wie glücklich oder unglücklich darf der Ex-Arbeitgeber darüber sein und darf er das vor allem äußern? Im Arbeitszeugnis fand sich schließlich ein mehr oder eher weniger geheimes Zeichen, und zwar konkret in der Unterschrift des Arbeitgebers.

Im ersten Buchstaben, einem „G“, erkannte der ehemals Beschäftigte zwei Punkte und einen nach unten gezogenen Haken. Das musste ein Smiley mit negativen Gesichtszügen sein. Dabei unterschrieb der Chef doch sonst immer mit einem Haken nach oben – einem lächelnden Smiley also.

Der Ex-Arbeitgeber hingegen meinte, das sei ohne Bedeutung. Seine Unterschrift variiere zwar in gewissen Maßen, aber mit der Sache an sich hätte das nichts zu tun. In der Regel gebe es bei Unterschriften nichts zu lachen und er würde auch ohne Smileys unterschreiben.

Bitte recht freundlich

Letztendlich traf man sich vor Gericht – von Angesicht zu Angesicht. Die zuständigen Richter richteten ihren Blick auf den Personalausweis des Arbeitgebers. Schließlich ist auch darauf seine Unterschrift zu finden und die enthielt wohl ebenfalls ein lächelndes Smiley.

Grund genug, das „G“ mit dem grinsenden Gesicht als Teil der normalen Unterschrift des Unternehmers anzusehen, mit der er auch ein Arbeitszeugnis unterschreiben müsse. So verurteilte das Gericht ihn konsequenterweise zum Lächeln, zumindest auf dem Zeugnispapier.

(ArbG Kiel, Urteil v. 18.04.2013, Az.: 5 Ca 80 b/13)

(ADS)

Foto : ©iStockphoto.com


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