Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

SolarWorld AG - wichtige Gläubigerversammlungen am 8. und 9. Juli

(19)

Die SolarWorld AG hat die Anleihegläubiger zu zwei Gläubigerversammlungen geladen. Die Termine sind für den 08.07.2013 und 09.07.2013 vorgesehen. Dort sollen die Anleger nicht nur jeweils einen gemeinsamen Vertreter wählen, sondern auch über das Sanierungskonzept des Unternehmens abstimmen. Dieses Sanierungskonzept sieht einen Schuldenschnitt von rund 60 % des Anlegerkapitals vor. Auch ein Kündigungsverzicht für die Anleihegläubiger wird zu Abstimmung gestellt. Das Votum der Anleger in diesen Gläubigerversammlungen bestimmt damit nicht nur die Zukunft des Unternehmens, sondern entscheidet auch darüber, ob und wie viel des investierten Kapitals an sie zurückfließt.

„Im Hinblick darauf ist es besonders wichtig, dass die Anleihegläubiger ihre Stimmrechte in den Gläubigerversammlungen wahrnehmen. Denn die mit der erforderlichen Mehrheit gefassten Beschlüsse sind für alle Anleihegläubiger verbindlich, egal ob sie abgestimmt haben oder nicht." macht Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thorsten Krause, Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte, deutlich. Sollte beispielsweise der Kündigungsverzicht mit der erforderlichen Mehrheit beschlossen werden, so gilt dieser Verzicht auch für die Anleihegläubiger die nicht abgestimmt haben. Folge eines solchen Beschlusses wäre, dass in Zukunft allen Anleihegläubigern verwehrt wäre ihre Anleihen aus wichtigem Grund zu kündigen und die vorzeitige Rückzahlung der Nominalforderung zu verlangen.

Am 08.07.2013 sollen zunächst die Anleihegläubiger der Anleihe ISIN XS0641270045 / WKN A1H3W6 (2011/2016) vormittags über einen gemeinsamen Vertreter und nachmittags über den Sanierungsplan einschließlich Kündigungsverzicht entscheiden.

Am 09.07.2013 sind die Anleihegläubiger der Anleihe ISIN XS0478864225 / WKN A1CR73 (2010/2017) eingeladen über die gleichen Tagesordnungspunkte abzustimmen.

Das zur Abstimmung gestellte Sanierungskonzept der SolarWorld AG sieht einen Verzicht der Anleihegläubiger auf rund 60 % und damit den größten Teil ihrer Forderungen vor. Im Gegenzug bietet die SolarWorld AG den Anleihegläubigern hierfür Aktien an. Laut Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Alice Wotsch, KAP Rechtsanwälte: „Ein riskanter Deal für die Anleihegläubiger, denn die Aktien der SolarWorld AG haben nur noch Penny-Stock Niveau. Ob sich der Aktienkurs jemals erholen wird, ist fraglich und hängt von dem Erfolg der Unternehmenssanierung ab." Presseberichten zufolge soll das Unternehmen nach einem Gutachten von Pricewaterhouse Coopers maximal Euro 610 Mio. wert sein. Besonders pikant ist auch, dass die Anleger erst in den Gläubigerversammlungen von dem Stand der Sanierungsbemühungen unterrichtet werden sollen. Damit sollen die Anleger aber erst in den Gläubigerversammlungen von den konkreten Sanierungsmaßnahmen erfahren und mitgeteilt bekommen inwieweit diese schon greifen.

Genauso wichtig wie die Abstimmung über das Sanierungskonzept ist für die Anleihegläubiger aber auch die Wahl des gemeinsamen Vertreters, denn durch diese Wahl entscheiden sie wie gut ihre Interessen zukünftig gegenüber der SolarWorld AG vertreten werden. Rechtsanwältin Alice Wotsch weist darauf hin: „Die personalen Vorschläge der SolarWorld für die Besetzung der Posten als gemeinsamer Vertreter scheinen aus unserer Sicht für die Anleihegläubiger keine gute Wahl zu sein." Während die SolarWorld AG für die Anleihe ISIN XS0641270045 / WKN A1H3W6 (2011/2016) Rechtsanwalt Alexander Elsmann, ein Einzelrechtsanwalt, vorschlägt, ist der Vorschlag für die Anleihe ISIN XS0478864225 / WKN A1CR73 (2010/2017) mit der G&P GmbH & Co. KG noch problematischer. Die G&P GmbH & Co. KG bietet ihrer eigenen Homepage zufolge „eigentümergeführten Unternehmen in Deutschland Beratungsleistungen" an und ist damit im Wesentlichen auf Unternehmerseite und nicht auf Anlegerseite tätig. „Es hat für uns den Anschein, als würde die SolarWorld AG mit den Vorschlägen nur ihre eigenen Interessen vertreten." ergänzt Rechtsanwalt Krause.

Nachdem bei den ersten Gläubigerversammlungen zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters das Quorum von 50 % nicht einmal annähernd erreicht wurde, ist nun bei der zweiten Gläubigerversammlung für die Beschlussfähigkeit hierüber kein Quorum erforderlich. Es ist also für Anleihegläubiger besonders wichtig sich an der Abstimmung zu beteiligen, um die bestmögliche Vertretung ihrer Interessen zu erreichen.

KAP Rechtsanwälte raten

KAP Rechtsanwälte raten daher den Anleihegläubigern dringend, sich vor der Gläubigersammlung hinsichtlich der möglichen Ansprüche beraten zu lassen, da nach der Gläubigerversammlung diverse rechtliche Möglichkeiten abgeschnitten sein könnten. Darüber hinaus sollten auch die aktive eigene Wahrnehmung der Stimmrechte in der Gläubigerversammlung im Mittelpunkt stehen. KAP Rechtsanwälte vertreten die Interessen ihrer Mandanten in den Gläubigerversammlungen und im gesamten Restrukturierungsprozess der SolarWorld AG und beraten bezüglich der darüber hinaus gehenden Möglichkeiten der Schadloshaltung.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Wirtschaftsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von KAP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Newsletter

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.