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Sommerzeit ist Reisezeit – 13 Tipps für einen entspannten Urlaub

Sommerzeit ist Reisezeit – 13 Tipps für einen entspannten Urlaub
Wenn einer eine Reise tut, so hat er viel zu bedenken …

Wenn der Sommer vor der Türe steht und die Kinder endlich Sommerferien haben, heißt die Devise bei vielen deutschen Familien: ab in den Urlaub! Egal ob Badeurlaub in Italien, Spanien oder Frankreich, Städtetrip nach Dublin, Mailand oder Barcelona, Mittelmeerkreuzfahrt oder Fernreise ins Australische Outback, nach Asien oder in die Südsee – Fallstricke und Stolpersteine lauern nicht nur aus rechtlicher Sicht überall.  

Damit Sie sich nicht lange mit unnötigen Schattenseiten herumärgern müssen, sondern die Sonnenseiten Ihrer Reise genießen können, hat die juristische Redaktion von anwalt.de die 13 wichtigsten Reiserechtstipps zusammengetragen – vom Urlaubsantrag und Ferienbeginn, sinnvollen Reiseversicherungen und den Reisevorbereitungen mit Kind, Tier und Kegel über die Anreise zum Ferienparadies mit Flieger, Bahn oder Auto bis hin zum Gepäckverlust, getrübten Urlaubsfreuden vor Ort und dem Rückruf des Chefs. 

Vor Reisebeginn – was gilt es bei der Reiseplanung zu beachten?

Nicht umsonst wird der Jahresurlaub meist schon lange im Voraus geplant und organisiert, denn man muss sich nicht nur für ein Reiseziel entscheiden und dementsprechend Flug, Hotel & Co. buchen. Vielmehr gilt es auch eine Menge anderer Fragen zu klären – angefangen vom Urlaubsantrag und dem Ferienstart für den Nachwuchs über notwendige Reiseversicherungen bis hin zum richtigen Parkplatz für das Auto.

Was tun, wenn der Urlaub nicht genehmigt wird?

Als Arbeitnehmer hat man zwar einen gesetzlichen Urlaubsanspruch, jedoch muss die genaue Lage des Urlaubs immer mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. Man darf deshalb nur dann zu einem bestimmten Termin in den Urlaub fahren, wenn der Arbeitgeber den Urlaubsantrag genehmigt hat. In bestimmten Ausnahmefällen ist der Arbeitgeber sogar berechtigt, ursprünglich genehmigten Urlaub zurückzunehmen. Reist man dann trotzdem, riskiert man schlimmsten Falls seinen Job. Es ist deshalb regelmäßig keine gute Idee, statt dem Urlaubsschein einen Krankenschein einzureichen. Mehr über die juristischen Konsequenzen fürs Blaumachen erfahren Sie in diesem Rechtstipp

Daher gilt: Für einen entspannten Urlaub sollte man seinen Urlaubsantrag so früh wie möglich stellen, die Urlaubspläne mit den Kollegen abstimmen und im Zweifel einmal mehr mit dem Chef sprechen. 

Darf man die Kinder eher von der Schule nehmen?

Das beste und günstigste Reiseangebot deckt sich terminlich leider nicht immer mit den Schulferien der Kinder. Ohne ausdrückliche Genehmigung der Schule sollten man vor Ferienbeginn aber keine Reise antreten, denn die Schulpflicht der Kinder gilt bis zum letzten Schultag – auch wenn an den letzten Tagen objektiv kaum noch was ernsthaft Wichtiges gemacht wird. Meldet man das Kind krank, riskiert man dennoch ein Bußgeld. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier

Welche Reiseversicherungen sind notwendig?

Auch für die Urlaubsreise ist der Markt an möglicher Absicherung in verschiedensten Varianten unüberschaubar: 

  • Reisekrankenversicherung
  • Reiserücktrittversicherung
  • Gepäckversicherung 
  • Auslandskrankenversicherung 
  • Reisekrankenversicherung 
  • Personenassistanceversicherung
  • Last-minute-Reiseversicherung
  • Reisehaftpflichtversicherung
  • Jahresreiseversicherung
  • All-risk-Versicherung 

Welche Versicherung im Einzelfall sinnvoll und welche überflüssig ist, hängt von der individuellen Reise ab. Generell sollte man sich jedoch ganz besonders mit Reiserücktrittskostenversicherung, Reisegepäckversicherung, Reiseabbruchversicherung und der Auslandskrankenversicherung beschäftigen. Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserem Reiseversicherungsrechtstipp

Was macht man mit Bello, Minka & Co.? 

In vielen Haushalten gehören heutzutage nicht nur Kinder, sondern auch Haustiere wie Hund, Katze, Kanarienvogel & Co. fest zur Familie. Egal ob man den tierischen Freund mit auf Reisen nimmt oder zu Hause betreuen lässt – es gibt einiges zu beachten und organisieren. In unserem Ratgeber „Hund, Katze, Pass!“ finden Sie alle notwendigen Informationen vom Heimtierausweis über den richtigen Transport im Auto oder Flugzeug bis hin zum richtigen Verhalten im Hotel und am Strand oder der Unterbringung in einer Tierpension. 

Wo sollte man das Auto im Urlaub parken?

Am sichersten steht das geliebte Auto während der Urlaubsreise immer noch in der eigenen Garage. Wenn man aber weder eine Garage noch einen eigenen Stellplatz hat, sollte man sich den Parkplatz gut aussuchen. Wichtig ist hierbei, dass man sich bei öffentlichen Parkplätzen nicht darauf verlassen darf, dass das Parken über die gesamte Urlaubszeit hinweg erlaubt ist. Mobile Park- und Halteverbote können dafür sorgen, dass man trotz ordnungsgemäß abgestelltem Fahrzeug plötzlich zum Falschparker wird. Die Folge: Der Wagen kann abgeschleppt werden und der Halter die Rechnung dafür erhalten. Bei einem öffentlichen Parkplatz sollte man daher Bekannte nicht nur bitten, die Blumen zu gießen und den Briefkasten zu leeren, sondern auch regelmäßig nach dem Wagen zu sehen und diesen notfalls umzuparken. Mehr Informationen hierzu finden Sie in unserem Rechtstipp „Parkverbot: Oh Schreck, der Wagen ist weg!“ 

Auf dem Weg in den wohlverdienten Urlaub

Ob auf der Autobahn, im Zug oder über den Wolken – die Anreise ins Ferienparadies kostet Urlauber häufig nochmal viele Nerven. Während sich die einen die gute Urlaubslaune nicht mehr von langen Staus, schlechten Autofahrern, Zugverspätungen oder Stress am Flughafen verderben lassen wollen, treibt es andere schier in den Wahnsinn. 

Was tun, wenn der Flieger überbucht ist?

Da es immer wieder Flugpassagiere gibt, die trotz Flugbuchung nicht zum Boarding erscheinen, vergeben Fluggesellschaften oft mehr Tickets, als die Maschine Plätze hat. Werden Urlauber am Boden zurückgelassen, haben Sie verschiedene Rechte. Wichtig ist hierbei aber, dass diese gesetzlichen Rechte voraussetzen, dass man gegen seinen Willen am Boden bleiben musste. Erklärt man sich als Urlauber freiwillig für einen bestimmten Betrag X bereit, eine Maschine später zu nehmen, muss man sich dies unbedingt von der Fluggesellschaft schriftlich bestätigen lassen. Andernfalls kann die Durchsetzung der Entschädigung rechtlich Schwierigkeiten bereiten. Umfangreiche Informationen zu den Rechten der Zurückgebliebenen und dem richtigen Verhalten am Flughafen finden Sie hier

Welche Rechte hat man, wenn der Flieger zu spät landet?

Nach der europäischen Fluggastrechteverordnung hat man als Reisender bei vielen Flugverspätungen Anspruch auf eine entfernungsabhängige Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro. Viele Detailfragen hierzu hat mittlerweile der Bundesgerichtshof (BGH) oder gar der Europäische Gerichtshof (EuGH) geklärt:

  • Entscheidende Zeit für die Entschädigungszahlung ist die Verspätung am Endflughafen weiterlesen 
  • Entscheidende Ankunftszeit ist die Öffnung der ersten Türe weiterlesen 
  • Der Reisepreis kann wegen der Ausgleichszahlung nicht zusätzlich gemindert werden weiterlesen 
  • Ein Anspruch auf Entschädigung kann auch bei einem Vogelschlag bestehen weiterlesen 
  • Kostenlos mitreisende Kleinkinder haben keinen Anspruch auf Zahlung einer Entschädigung weiterlesen

Was müssen Bahnreisende bei Zugverspätungen beachten?

Zugverspätungen und Zugausfälle stehen bei der Deutschen Bahn (DB) leider auf der Tagesordnung. Gerade für Bahnfahrer, deren Zielbahnhof noch nicht die Endstation ihrer Reise ist, kann die Verspätung des Zugs ernsthafte Konsequenzen haben. Während es beim Anschlusszug ein reines Glücksspiel ist, ob dieser wartet, ist der Flieger meistens auf jeden Fall weg. Auch wenn sich die Anschlüsse oft nicht mehr retten lassen, haben Bahnreisende verschiedene Rechte. So ist die Bahn in jedem Fall verpflichtet, Bahnreisende sowohl an jedem Bahnhof als auch im Zug über die Zugverspätung zu informieren. Diese Informationspflicht bezieht sich nicht nur auf den eigenen Zug, sondern auch auf die Verspätung und Ausfälle von Anschlusszügen weiterlesen 

Abhängig von der Verspätungsdauer haben Bahnreisende unterschiedliche Rechte und Möglichkeiten: 

  • Ab einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten ist die Zugbindung aufgehoben und Bahnfahrer dürfen auf einen anderen Zug ausweichen.
  • Bei Verspätungen über einer Stunde erhalten Bahnreisende ein Viertel des Ticketpreises zurück, bei über zwei Stunden die Hälfte.
  • Alternativ haben sie bei Verspätungen von über einer Stunde die Möglichkeit, sich das Ticket erstatten zu lassen und ein anderes Verkehrsmittel zu wählen.

Um Ihre Entschädigungsansprüche geltend machen zu können, sollten Bahnfahrer sich die Verspätung ihres Zugs vom Schaffner schriftlich bestätigen lassen. Zudem müssen sie stets das Fahrgastrechte-Formular der Bahn ausfüllen. Bei speziellen Rail&Fly Tickets kann nach einer Entscheidung des BGH nicht nur die Bahn, sondern auch der Reiseveranstalter in Haftung genommen werden. Weiterlesen 

Mit dem Auto unterwegs – wie verhält man sich richtig?

Viel Ärger und Frust kann es nicht nur über den Wolken und auf den Gleisen geben, sondern auch auf den Straßen. Damit auch die Autofahrer ihr Reiseziel sicher erreichen und sich die Urlaubslaune nicht von Blitzer, Polizeikontrolle oder Unfall verderben lassen müssen, sollten sie folgende Tipps beherzigen:

  • Der Weg in den Urlaub führt fast immer irgendwann auch über die Autobahn. Die wichtigsten Regeln finden Sie in unserem Rechtstipp„Autobahn-Spezial“.
  • Der Deutsche pocht zwar vor allem auf der Straße gern auf sein „gutes Recht“, irrt damit aber oft gewaltig. 15 große Mythen auf der Autobahn, beim Überholen, Abbiegen, Parken und nach einem Unfall finden Sie hier
  • Gerade zur Reisezeit staut sich der Verkehr besonders schnell, oft und lang. Die wichtigsten Tipps hierzu finden Sie morgen in unserem Stauratgeber. 

Endlich angekommen – Ärger im Paradies 

Auch im Urlaubsparadies ist nicht alles immer „Friede, Freude, Eierkuchen“. Angefangen vom verloren gegangenen Gepäck über Unannehmlichkeiten im Hotel bis hin zum Rückruf des Chefs.  

Was tun, wenn das Gepäck nicht ankommt?

Wenn Koffer & Co. auf dem Gepäckband nicht erscheinen, ist erst der Schreck und dann der Ärger groß. Trotzdem sollten Reisende Ruhe bewahren und sich den Gepäckverlust bestätigen lassen. Alle weiteren Informationen zum Gepäckschein, zu Ansprüchen auf Ersatzkleidung und Schadensersatz sowie den geltenden Fristen finden Sie hier

Getrübte Urlaubsfreude – wann gibt es Schadensersatz?

Die Liste möglicher Frustquellen am Urlaubsort ist lang: Das Essen schmeckt nicht, das Hotelzimmer hat keinen Meerblick, vor der Tür befindet sich eine Baustelle, der Strand ist zu weit weg usw. Handelt es sich hierbei um einen Reisemangel, kann der Reisepreis gemindert werden und im Falle einer Pauschalreise auch Schadensersatz für vergeblich aufgewendete Urlaubszeit verlangt werden. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass man sich unverzüglich nicht nur an die Hotelrezeption, sondern auch an den Reiseveranstalter wendet. Umfangreiche Informationen finden Sie in diesen Rechtstipps: 

Was muss man auf ausländischen Straßen wissen?

Teure Bußgelder drohen nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Da jedes Land seine eigenen Gesetze hat, unterscheiden sich auch die Straßenverkehrsregeln in den einzelnen Ländern. Ganz besonders zeigt sich das an den Sanktionen für Verkehrsverstöße getreu dem Motto „andere Länder – andere Sitten“. Deutlich höhere Bußgelder sind da noch das geringste Übel, denn mancherorts wird das Auto auch gleich beschlagnahmt oder eine Nacht hinter den berühmten schwedischen Gardinen spendiert. Weiterlesen 

Kann man vom Chef zurückbeordert werden? 

Zu guter Letzt stellt sich noch die Frage, was tun, wenn der Chef im Urlaub stört und gar auf die Idee kommt, den Arbeitnehmer aus dem Urlaub zurückholen zu wollen? Während des im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelten gesetzlichen Mindesturlaubs gilt, dass jede Urlaubsunterbrechung tabu ist, weil sonst der Erholungseffekt zunichtegemacht wird. In dieser Urlaubszeit müssen Arbeitnehmer daher grundsätzlich nicht für den Chef erreichbar sein, sondern dürfen ungestört Sonne, Berge und Meer genießen. Für Urlaubstage, die über den gesetzlichen Mindestanspruch hinausgehen, kann der Arbeitgeber jedoch andere Anordnungen treffen. Mehr zur Erreichbarkeit im Urlaub finden Sie hier

Hat der Arbeitnehmer seinen wohlverdienten Urlaub einmal angetreten, ist es rechtlich kaum noch möglich, diesen zurückzuholen. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen darf der Arbeitgeber verlangen, dass der Arbeitnehmer den Urlaub abbricht. Weiterlesen 

(THE)

Foto : fotolia.com/Jürgen Fälchle


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