Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Sorgerecht, Umgangsrecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht – die wichtigsten Elternrechte

Rechtstipp vom 01.02.2019
Rechtstipp vom 01.02.2019

Eltern haben ihren Kindern gegenüber nicht nur zahlreiche Pflichten. Mit der Elternschaft gehen auch gewisse Rechte einher. Doch wer gilt vor dem Gesetz eigentlich als „Eltern“?

Als Mutter definiert das Gesetz die Frau, die das Kind geboren hat. Gesetzlicher Vater ist, wer zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist – das muss also nicht unbedingt der leibliche Vater sein. Als Vater kann man aber auch gelten, wenn man die Vaterschaft anerkennt oder das Gericht die Vaterschaft feststellt.

Zu den wichtigsten Elternrechten gehören das Sorgerecht, das Umgangsrecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Elterliche Sorge: Was ist das genau?

Die elterliche Sorge, umgangssprachlich als Sorgerecht bezeichnet, ist eines der wichtigsten Elternrechte. Sie ist in den §§ 1626 bis 1698b Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt und teilt sich in drei Bereiche:

Personensorge

Zu ihr gehört die Pflege, Beaufsichtigung und Erziehung des Kindes. In diesem Rahmen dürfen Eltern z. B. entscheiden über:

  • Aufenthalt des Kindes
  • Umgang des Kindes
  • Kleidung
  • Essen
  • Bildung und Ausbildung

Vermögenssorge

Sorgerechtsinhaber haben das Recht und die Pflicht, das Vermögen ihres Kindes zu verwalten. Sie dürfen dieses in Besitz nehmen und entscheiden, wie das Geld ausgegeben oder angelegt wird. Eltern müssen dabei aber wirtschaftlich vorgehen und dürfen keinen eigenen Nutzen aus dem Kindesvermögen ziehen.

Vertretungsmacht

Unter dem Begriff der Vertretungsmacht verbirgt sich die rechtliche Vertretung des Kindes. Eltern wahren damit die Rechte ihres Kindes und können für das Kind Prozesse führen.

Sorgerecht: gemeinsam oder alleinig?

Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt miteinander verheiratet, erhalten sie das gemeinsame Sorgerecht. Das Gleiche gilt, wenn sie erst nach der Geburt heiraten oder eine Sorgeerklärung abgeben.

Ohne Sorgeerklärung erhalten ledige Mütter automatisch das alleinige Sorgerecht. In anderen Fällen, insbesondere bei einer Scheidung der Eltern, ist das alleinige Sorgerecht nur auf Antrag beim zuständigen Familienrecht möglich – ansonsten behalten beide weiterhin das gemeinsame Sorgerecht. Das alleinige Sorgerecht wird vergeben, wenn es dem Kindeswohl am besten entspricht. Das ist z. B. der Fall bei Erziehungsfehlern, Misshandlung, Gesundheitsgefährdung oder Vernachlässigung.

Umgangsrecht: Wer darf sein Kind wie oft sehen?

Liegt das Sorgerecht bei einem Elternteil allein, hat der andere das Recht auf Umgang mit dem Kind. Das darf der Sorgeberechtigte auch nicht verbieten oder verhindern. Das Umgangsrecht geht über ein reines Besuchsrecht hinaus. Der betroffene Elternteil hat außerdem das Recht, telefonischen Kontakt und Briefkontakt zu halten oder mit dem Kind in den Urlaub zu fahren.

Aufenthaltsbestimmungsrecht: mehr als nur der Wohnsitz

Unter dem sperrigen Begriff des Aufenthaltsbestimmungsrechts verbirgt sich das Recht der Eltern, zu bestimmen, wo minderjährige Kinder ihren Wohnsitz haben.

Im Falle des alleinigen Sorgerechts darf der allein sorgeberechtigte Elternteil über den Aufenthalt des Kindes bestimmen. Beim gemeinsamen Sorgerecht nach einer Trennung oder Scheidung fällt das Aufenthaltsbestimmungsrecht in der Regel dem Elternteil zu, bei dem das Kind überwiegend lebt.

Dieser darf dann neben dem Wohnsitz des Kindes auch weitere alltägliche Angelegenheiten allein entscheiden, z. B. über Kleidung, Taschengeld oder Fernsehkonsum. Bedeutende Angelegenheiten müssen dennoch beide Eltern entscheiden, z. B. die Wahl der Schule.


Rechtstipps aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.