Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Sparkasse Leipzig kündigt zahlreiche Sparverträge von Verbrauchern

aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Zivilrecht

Die Kunden der Sparkasse Leipzig erleben gerade eine Kündigungswelle des Anlageproduktes „Prämiensparen-flexibel“. Dies führt bei den Kunden der Sparkasse Leipzig zu Unmut und Unverständnis, denn eine Zinserwirtschaftung ist damit ausgeschlossen und die ursprünglich langfristig geplante Altersvorsorge in der ohnehin angespannten Zinslage gefährdet. 

Das Produkt, welches zumeist Mitte der 90er Jahre von der Sparkasse Leipzig als Altersvorsorge beworben worden ist, war so gestaltet, dass der volle Bonusanteil erst nach 15 Jahren der Sparphase erreicht werden sollte. Bis zu 50 % sollten Anleger als Prämie zusätzlich auf die jährlich eingezahlten Beiträge erhalten. Die ersten Jahre der Ansparphase gab es allerdings keine oder nur einen deutlich geringen Prämienbonus.

Nachdem nun die Anleger die attraktive Sparphase nach 15 Jahren erreicht haben, kündigt die Sparkasse Leipzig mit der Begründung, dass das Anlageprodukt nunmehr für die Sparkasse nicht mehr rentabel sei. In der derzeitigen Niedrigzinsphase könne die Sparkasse Leipzig das Produkt nicht fortführen. Die gekündigten Anleger würden aber Alternativangebote erhalten.

Eine ähnliche Kündigungswelle gab es vor Jahren bereits in Bayern. Dort wurden zahlreiche Kündigungen durch die Gerichte für unwirksam erklärt. Die Anlage war damals mit einer festen Laufzeit von 25 Jahren ausgeschrieben worden, sodass eine frühere Kündigung ausscheidet. Das Argument der Niedrigzinsphase ließen die Richter des Landgerichtes Ulm nicht gelten. Es gelte der Grundsatz, dass einmal geschlossene Verträge auch einzuhalten seien. Schließlich hatten die Sparkassen ja auch ordentliche Gewinne mit der Anlage eingefahren, als die Prämien der Anleger noch gering waren.

Die Sparkasse kündigt alle Verträge, die länger als 15 Jahre bestanden haben. Nach dieser Vertragslaufzeit erhalte der Anleger erstmals den vollen Prämienbonus. Das reicht der Sparkasse Leipzig aus. Widersprüche gegen die Kündigung werden zurückgewiesen. Die Sparkasse Leipzig verweist auf die zuständige Schlichtungsstelle. 

Was viele allerdings nicht wissen ist, dass die Sparkasse Leipzig die Anleger zum Abschluss des Produkts gerade mit dem Versprechen einer Vertragslaufzeit von 25 bzw. 30 Jahren geworben hat. Erinnern will sich die Sparkasse Leipzig jedoch nicht daran. Wir können insofern allen Betroffenen nur dringend anraten, die Verträge einer individuellen anwaltlichen Prüfung unterziehen zu lassen.

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Profil-Bild
            STOLPE Rechtsanwälte STOLPE Rechtsanwälte

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Informationen über aktuelle Gesetzesänderungen, neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse wird nur für den anwalt.de-Newsletter verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können den anwalt.de-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.