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Steigende Zinsen: Der Widerruf Ihrer Baufinanzierung ist noch profitabel

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Seit Mitte Dezember vergangenen Jahres ist ein Anstieg der Refinanzierungszinsen für Immobilienfinanzierungen zu beobachten. Expertenmeinungen zufolge ist damit zu rechnen, dass dieser Trend weiter anhalten wird. Vor diesem Hintergrund kann der Widerruf eines Immobiliardarlehensvertrags für die Darlehensnehmer derzeit noch vorteilhaft sein. Der Widerrufsjoker ist in diesem Zusammenhang nur dann profitabel, solange das Zinsniveau günstig ist. Denn dann kann der niedrige Zinssatz für die Zukunft gesichert werden, indem bereits bestehende Baufinanzierungen zum aktuell marktüblichen Zinssatz umfinanziert werden.

Immobilienbesitzer, die ihren Darlehensvertrag am 11. Juni 2010 oder später geschlossen haben, können diesen noch bis heute widerrufen. Dies ist deshalb möglich, da viele Darlehensverträge zum einen an einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung leiden, sodass die Widerrufsfrist noch nicht in Gang gesetzt wurde. Zum anderen konnten wir von FM legal | Rechtsanwälte bei der Prüfung diverser Verträge Fehler im Rahmen der Erteilung der vorvertraglichen Informationspflichten feststellen, was zum selben Ergebnis führt: Die Widerrufsfrist hat noch nicht zu laufen begonnen. Die Verträge sind weiterhin widerrufbar.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung

In diesen Fällen erlischt das Darlehensverhältnis rückwirkend zum Tag des Vertragsschlusses und wandelt sich in ein sogenanntes Rückgewährschuldverhältnis um. Die ursprünglich vereinbarte Vertragsbeziehung entfällt mithin für die Zukunft. Die logische Konsequenz daraus bedeutet, dass nicht mehr mit einer Vorfälligkeitsentschädigung zu rechnen ist. Bei bereits abgelösten Darlehen wäre zudem die geleistete Vorfälligkeitsentschädigung zu erstatten.

Einsparung von Zinsen

Der Darlehensnehmer führt die Darlehenssumme an die Bank zurück und erhält im Gegenzug sämtliche bereits geleisteten Zahlungen. Gleichzeitig sind die wechselseitig gezogenen Nutzungen herauszugeben. Das bedeutet, dass sowohl die Darlehenssumme als auch die Leistungen des Kreditnehmers zu verzinsen sind. Für die bisher erbrachten Zinszahlungen des Darlehensnehmers hat dies gegebenenfalls ebenfalls einen positiven Effekt, da der Darlehensnehmer unter Umständen nur den marktüblichen Zins aufbringen müsste und damit die Differenz zum vertraglich vereinbarten Sollzinssatz einspart.

FM legal | Rechtsanwälte prüfen gerne Ihre Vertragsunterlagen und beraten Sie in diesem Zusammenhang, ob der Widerruf Ihrer Baufinanzierung für Sie möglich und lohnenswert ist.


Rechtstipp vom 02.03.2018
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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