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Steinhoff International Holdings N.V. – Schadensersatz für Aktionäre

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Die im M-Dax notierte Steinhoff International Holdings N.V. hat am heutigen Tage bekannt gegeben, dass die Vorlage des aktuellen Geschäftsberichts auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Bereits in den letzten Monaten hatte es von vielen Stellen Gerüchte hinsichtlich einer nicht ordnungsgemäßen Bilanzführung des Konzerns gegeben. Mit der aktuellen Nachrichtenlage hat der Konzern die schlimmsten Befürchtungen der Anleger nun offenbar bestätigt. Zwar wurde der Vorstandschef umgehend entlassen, allerdings ist derzeit zu befürchten, dass auch die Halbjahres- und Geschäftsberichte der Vergangenheit nach einer erneuten Überprüfung durch Wirtschaftsprüfer korrigiert werden müssen.

Sollte dies letztlich tatsächlich der Fall sein, dürften Anlegern nach den §§ 823 Abs. 2 BGB i.V.m. 37 v, 37 w WpHG Schadensersatzansprüche gegen die Steinhoff International Holdings N.V. für unrichtige Halb- und Jahresfinanzberichte zustehen. Nach dem derzeitigen Stand ist davon auszugehen, dass diese Geschäftsberichte aufgrund der irreführenden Rechnungslegung die wirtschaftlichen Verhältnisse der Steinhoff International Holdings N.V unrichtig wiedergegeben haben.

Ergänzend könnte der Konzern für unrichtige Ad-hoc-Mitteilungen nach dem Aufkommen der Gerüchte über eine nicht ordnungsgemäße Bilanzführung nach § 37 b Abs. 1 WpHG haftbar sein. Folglich wäre den Aktionären auch nach dieser Vorschrift wahlweise der Transaktions- bzw. Differenzschaden zu erstatten.

Zwar hat der Konzern seien Sitz in den Niederlanden, allerdings ist eine Börsenzulassung neben der Johannesburger Börse auch an der Frankfurter Börse erfolgt. Folglich dürfte das Landgericht Frankfurt für Aktionärsklagen gegen die Gesellschaft nach der EuGVVO zuständig sein. In vergleichbaren Fällen hatte etwa das OLG Frankfurt bereits eine Zuständigkeit des Landgerichts Frankfurt a.M. angenommen.

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Rechtstipp vom 06.12.2017
aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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            Rechtsanwalt Roman Podhorsky (Rechtsanwalt Podhorsky, Bankrecht, Aktien- und Börsenrecht sowie Vermögensverwaltung) Rechtsanwalt Roman Podhorsky

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