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Steuerfalle Decentralized Finance (Uniswap, 0x) | Finanzamt | Bitcoin | Ethereum | Cardano | Steuererklärung | Selbstanzeige | Rechtsanwalt | Steuerberater

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Decentralized Finance

Decentralized Finance (DeFi) ist derzeit in aller Munde und ein Megatrend in der Blockchain-Welt. Der Hype ist ein wenig vergleichbar mit der ICO-Zeit im Jahr 2017. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass dieser Trend länger bleibt und stabiler ausfällt. Derzeit sieht es jedoch so aus, als ob DeFi das Zeug hat, die bisherige Welt der Finanzdienstleistungen zu disruptieren.

Im Kern steht die Möglichkeit, mit Hilfe von dezentralen Anwendungen ohne Mittler (wie eine Bank) insbesondere Kredite zu gewähren. Derzeit beliebt ist unter anderem das Lending über die Ethereum Plattform.

Genauso atemberaubend wie die möglichen Gewinnchancen, ist jedoch auch, dass in der Szene offensichtlich der Eindruck besteht, dass entsprechende Gewinne ohne die „Beteiligung“ des Finanzamtes bzw. ohne steuerliche Konsequenzen bezogen werden können. 

Einerseits könnte die Nichtangabe von erhaltenen Zinsen durch das Lending früher oder später das Finanzamt bzw. noch schlimmer die Steuerfahndung auf den Plan rufen.


Spekulationsfrist verlängert

Zum anderen wird häufig übersehen, dass das Lending von Kryptowährungen, wie z.B. Ethereum, zu einer Verlängerung der steuerlichen Spekulationsfrist in § 23 Einkommensteuergesetz (EStG) von einem Jahr auf 10 Jahre führen könnte. 

Es ist davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung das Lending als Nutzung der Kryptowährung zu einer Einkunftsquelle nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 4 EStG ansieht. Dies hätte zur Konsequenz, dass eine steuerfreie Veräußerung der zum Lending genutzten Kryptowährung erst mit Ablauf von 10 Jahren nach Anschaffung der Kryptowährung möglich ist.

Häufig übersehen wird auch, dass ein Lending auch nach Ablauf der Spekulationsfrist zu einer Verlängerung führt.


Jeder, der über DeFi „Geschäfte“ tätig, ist somit gut beraten, hin und wieder auch mal an das Finanzamt zu denken.


von Rechtsanwalt Martin Figatowski, LL.M. (Tax)

Für Rückfragen rund um die Besteuerung von Kryptowährungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich bin Rechtsanwalt bei GTK Rechtsanwälte Klein Figatowski Todtenhöfer und war zuvor viele Jahre im höheren Dienst der Finanzverwaltung NRW u.a. als Sachgebietsleiter in der Steuerfahndung-/ Strafsachen- und Bußgeldstelle tätig. Unsere Kanzleiwebseite finden Sie unter www.gtkr.de und meine persönliche Webseite unter www.martin-figatowski.de . 

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Englische Version


Decentralized Finance

Decentralized Finance (DeFi) is currently on everyone's lips and is a megatrend in the block chain world. The hype is a bit comparable to the ICO era in 2017, but it is hoped that this trend will last longer and be more stable. At the moment, however, it looks as if DeFi has what it takes to disrupt the previous world of financial services.
At its core is the ability to provide loans in particular, using decentralized applications without intermediaries (like a bank). Currently, one of the most popular options is lending via the Ethereum platform.
Just as breathtaking as the possible chances of winning, however, is the fact that there is obviously an impression in the scene that corresponding profits can be obtained without the "involvement" of the tax office or without tax consequences.
On the one hand, the non-disclosure of interest received through lending could sooner or later bring the tax office or, even worse, the tax investigation department to the scene.


Speculation period extended

On the other hand, it is often overlooked that the lending of crypto-currencies, such as Ethereum, could lead to an extension of the tax speculation period in § 23 of the Income Tax Act (EStG) from one year to 10 years. It is to be assumed that the tax authorities will regard the lending as use of the crypto currency as a source of income according to § 23 para. 1 sentence 1 no. 2 sentence 4 EStG. The consequence of this would be that a tax-free sale of the crypto-currency used for lending would only be possible 10 years after the purchase of the crypto-currency.
Everyone, which is active over DeFi "business", is thus well advised to think now and then also of the tax office.


from attorney Martin Figatowski, LL.M. (Tax)


For further questions about the taxation of crypto currencies, please contact me.

Foto(s): www.pexels.com

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Steuerrecht

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