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Steuerhinterziehung: Wenn zwei sich streiten, freut sich die Steuerfahndung

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Als Rechtsanwalt für Steuerrecht mit Schwerpunkt im Steuerstrafrecht habe mit viel mit Steuerhinterziehung zu tun. Das bringt der Beruf mit sich. Überraschend ist, wie viele Fälle durch einen Hinweis aus der Umgebung des Mandanten ins Rollen kommen. Und dass die Betroffenen diese Gefahr zuvor fast immer unterschätzen.

Das Finanzamt dankt für Hinweise

Der Staat hat kein Verständnis für Lücken in der Steuererklärung. Sein Geld ist ihm heilig. Deshalb gibt es mit der Steuerfahndung eigens eine Abteilung des Finanzamts, die Steuersünder jagt. Sie arbeitet mit modernen Methoden und viel Fachwissen, wertet Bilanzen aus, analysiert Daten und gleicht Erkenntnisse ab.

Und trotzdem sind es oft Hinweise aus dem eigenen Umfeld, durch die man ins Visier der Fahnder gerät.

  • Die Ehe geht spektakulär in die Brüche, Pulverdampf steigt über Tisch und Bett auf. Bald darauf hört das Finanzamt von der schwarzen Ware, die nicht im Lager steht, sondern hinten im Keller.
  • Dem Mitarbeiter wurde gekündigt, er ist wütend. Aber er kann es dem Chef heimzahlen. Schließlich weiß er genau, dass nicht jeder Verkauf über die Kasse geht.
  • Der Geschäftspartner fühlt sich über den Tisch gezogen? Da sind ja die Rumänen, die das Büro renovieren. Und als Geschäftsführer steht der frühere Vorarbeiter im Register, weil der eigentliche Chef einem Geschäftsführungsverbot unterliegt …

Und so weiter, und so fort.

Das Finanzamt freut sich auch in Regensburg über solche Informationen. Man kann sie formlos und sogar anonym abgeben, auf Wunsch bequem per Internet: einige Landesämter für Finanzen haben extra Online-Formulare eingerichtet.

Wie reagiert das Finanzamt auf eine solche Anzeige?

Das hängt von den Umständen ab.

  • Namentliche Hinweise mit detaillierten Angaben werden besonders ernst genommen. Dann können die Ermittler direkt nachfragen. Aber selbst eine anonyme Meldung fällt nicht unter den Tisch. Die Steuerfahndung und gegebenenfalls auch ihre Kollegen aus der Bußgeld- und Strafsachenstelle beim Finanzamt werden sie prüfen.
  • Erscheint die Info glaubwürdig, wird man sich Ihre Steuererklärungen noch einmal vornehmen. Gibt es Auffälligkeiten? Sehr wenige Bareinnahmen für Ihr Gewerbe? Vielleicht wird die Kasse manipuliert oder nur jeder zweite Betrag über die Kasse abgewickelt. Umsatzzahlen, die nicht zum Wareneinkauf passen? Fallen die Kennzahlen aus dem Rahmen? Dann wurde wohl nicht alles korrekt gebucht.
  • Gab es bereits einmal (Vor-)Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung? Dann gibt es jetzt ganz schnell erneut welche.
  • Außerdem ist das Finanzamt bestens vernetzt. Es bekommt Kontrollmitteilungen von anderen Finanzbehörden, den Sozialversicherungsträgern, dem Zoll, der Polizei und selbst den Bauämtern. Es gibt also viel zu prüfen. Außerdem kann es Konteninformationen aus dem In- und Ausland abfragen. Bei einem Verdacht nimmt es Ihre Konten unter die Lupe. Schließlich ist vom Bankgeheimnis nicht mehr viel übrig.

Wenn sich der Verdacht erhärtet …

… kann es ganz schnell gehen. Solche Szenen gab es in Regensburg in letzter Zeit ja schon häufig: Plötzlich stehen Beamte der Steuerfahndung in Ihren Geschäftsräumen, mit einem Beschlagnahme- oder Durchsuchungsbeschluss. Die Beamten schleppen Kartons voller Unterlagen zu ihren Fahrzeugen. und Ihre Computer. Ihre Mitarbeiter als Zeugen vernommen, Kunden und Geschäftspartner ebenfalls. Ein Desaster.

Und ja, die dürfen das (in bestimmten Grenzen).

Was tun?

Rufen Sie mich an, wenn Sie denken, dass Probleme möglich sind. Wir vereinbaren einen Termin, um die Lage einzuschätzen. Ich erkläre Ihnen, welche Folgen drohen, falls jemand Sie beim Finanzamt melden sollte. Als Fachanwalt für Steuerrecht kenne ich die die Gesetze, und ich weiß, wie die Ermittler der Steuerfahndung arbeiten.

Danach können Sie entscheiden.

Eine Selbstanzeige ist eine komplizierte Sache, aber sie kann strafbefreiend wirken. Selbst, wenn das nicht möglich ist, bringt es klare Vorteile, von sich aus die Karten auf den Tisch zu legen. Ein Strafrichter wird das berücksichtigen.

Ich sage ich Ihnen nicht, was Sie tun sollen, sondern was Sie tun können. Als Fachanwalt für Steuerrecht bin für Informationen und Ratschläge zuständig. Die Entscheidungen treffen Sie. Jedes Wort unserer Unterhaltung ist strikt vertraulich. Dafür bin ich schließlich Anwalt.

Falls ich Ihnen weiterhelfen kann: Sie erreichen unsere Kanzlei per Telefon.


Rechtstipp vom 27.05.2018
aus der Themenwelt Behörden und Konflikte und den Rechtsgebieten Steuerrecht, Strafrecht

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