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Stinkefinger im Straßenverkehr kann teuer werden

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Die Städte und Straßen in unserem Land sind überfüllt. Da kann dem einen oder anderen Verkehrsteilnehmer schon einmal irgendwann der Kragen platzen. Bei Gesten gegenüber anderen Teilnehmern im Straßenverkehr, um diese auf wirkliche oder vermeintliche Fehler hinzuweisen, ist allerdings Vorsicht geboten. Eine solche „Unmutsgeste", so Fachanwalt für Verkehrsrecht Sönke Tetting aus Garbsen, „kann schnell teuer werden."

Der Vogel, der Scheibenwischer oder auch der Stinkefinger können rechtlich gesehen als Beleidigung gelten, also als ein Angriff auf die Ehre einer Person durch das Deutlichmachen der Missachtung oder Nichtachtung ihr gegenüber. Die Beleidigung kann strafrechtlich mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet werden. Natürlich kommt es immer auf den konkreten Einzellfall an und die Klärung der Fragen, wer wen in welcher Situation wie beleidigt hat.

Der "Vogel" wurde bereits mit bis zu 350,00 EUR bestraft, der sogenannte "Scheibenwischer" mit bis zu 1.000,00 EUR und schon das Zunge-Herausstrecken kostet von 150,00 - 300,00 EUR. Der spätestens seit der Fußball-WM 1994 legendäre Stinkefinger kann sogar bis zu 4.000,00 EUR kosten, unter anderem dann, wenn man ihn einem Ordnungshüter, im konkreten Fall einem Polizeibeamten, zeigt.

Zudem kann es passieren, dass derartige Beleidigungen, da sie im Zusammenhang mit dem  Straßenverkehr begangen wurde, im Falle der Verurteilung in der Verkehrssünderkartei in Flensburg eingetragen werden.

Wer seiner Meinung über andere allzu freimütig und gestenreich Ausdruck verleiht, riskiert bares Geld. Insoweit sollte sich auch der aufgeregte Verkehrsteilnehmer, egal ob Auto-, Motorrad-, Fahrradfahrer oder Fußgänger genau überlegen, ob es sich lohnt, seinem Unmut auf derartige Weise Luft zu machen.

Zwei goldene Regeln im Straßenverkehr lauten nun einmal: Nicht provozieren lassen und beide Hände am Lenkrad lassen.


Rechtstipp vom 01.10.2009

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