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Strafbefehl: Muster – Einspruch gegen Strafbefehl Muster – Anwaltskosten

Rechtstipp vom 15.04.2019
(4)
Rechtstipp vom 15.04.2019
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Akteneinsicht bei einem Strafbefehl beantragen ab brutto EUR 49,00

Es ist allgemein bekannt, dass Menschen den Gang zu einem Strafverteidiger scheuen, weil Sie vorher nicht wissen, welche Kosten auf Sie zukommen. Dies lässt sich im Vorfeld der Beauftragung auch kaum abschätzen, denn die Gebühren hängen immer von Art und Umfang der Sache (z. B. Gerichtstermine etc.) ab.

Einspruch gegen einen Strafbefehl Muster – Strafbefehlsverfahren

Kaum ein Rechtsmittel ist schneller eingelegt, als ein Einspruch gegen einen Strafbefehl. Das nachfolgende kostenlose Muster ist für einen Einspruch dafür vollkommen ausreichend.

An das Amtsgericht xy

Aktenzeichen: XY

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich gegen den Strafbefehl vom XX.XX.2019 Einspruch ein.

Mit freundlichen Grüßen

XYZ

Welche Kosten entstehen bei einer Verteidigung im Strafbefehlsverfahren?

Eine Kernfrage bei einem Strafbefehl ist: „Lohnt es sich überhaupt einen Strafverteidiger einzuschalten?“

Die Antwort ist: „Es kommt drauf an!“. Es kommt darauf, ob es Ihnen um das Recht in der Sache geht, oder aber ob es Ihnen einfach nur um die Kosten geht. Die Kostenfrage kann im Vorfeld aber auf ein Minimum reduziert werden, indem einfach zunächst die Ermittlungsakte angefordert wird und sodann eine erste anwaltliche Einschätzung zu der Sache eingeholt wird. Der Kostenrahmen ist daher sehr wohl überschaubar, ohne dass gleich reguläre Strafverteidigerkosten von über 650,00 EUR anfallen.

Strafverteidiger – Gebührenrahmen von EUR 205,00 über EUR 650,00 bis EUR 1.500,00

Der Gesetzgeber hat für die Strafverteidigung sogenannte Gebührenrahmen geschaffen, in denen sich Anwälte bewegen dürfen. Es gibt also einen individuellen Ermessenspielraum bei Anwälten.

Eine gerichtliche Vertretung zum Nulltarif ist aber standesrechtlich verboten.

Die andere Richtung gibt es aber auch. Ich kenne Kollegen, die für die Verteidigung vor einem Amtsgericht (1 x Verhandlungstag, vlt. 3 Stunden) Pauschalpreise von knapp brutto EUR 1.500, EUR einfordern, den Gebührenrahmen also komplett ausschöpfen, obwohl sich die gesetzlichen Mittelgebühren im vorbereitenden Verfahren (Grundgebühr, Verfahrensgebühr) sowie im gerichtlichen Verfahren (Verfahrensgebühr, Terminsgebühr) auf lediglich ca. brutto EUR 715,00 (Wahlverteidiger) belaufen würden.

Die Pflichtverteidigergebühren würden sich in einem solchen Fall auf ca. brutto EUR 650,00 belaufen.

Der unterste Satz und gesetzlich zulässige Gebührenrahmen für die Vertretung im vorbereitenden Verfahren sowie im Hauptverfahren beläuft sich ca. brutto EUR 205,00.

Wieso sollte bei einem Strafbefehl von dem Gebührenrahmen abgewichen werden?

Ich bin ehrlich. Strafbefehle werden in sogenannten Massendelikten angewandt. Dies sind z. B. Delikte aus dem Verkehrsrecht

aber

Es handelt sich hierbei vielfach um Dinge, die schlichtweg nach Aktenlage entschieden, bewertet und verteidigt werden können. Der anwaltliche Aufwand ist daher wesentlich geringer, als wenn Sie z. B. die Beteiligung an einem Landfriedensbruch aus einer Menschenmasse heraus bewerten müssen und umfangreiche Mandanten- und Zeugengespräche führen müssen.

Ich persönlich halte es daher angezeigt, in einfachen Fällen, von den regulären Mittelgebühren abzuweichen. Dies ist zulässig und nach meinem Dafürhalten auch angebracht.

Wie ist der Ablauf der Strafverteidigung in einem Strafbefehlsverfahren?

Der Ablauf der Verteidigung ist ganz einfach. Ohne Akteneinsicht kann keine verlässliche Einschätzung in der Sache abgegeben werden. Die Akteneinsicht wird beantragt und sodann wird der Fall einer Prüfung unterzogen und Sie werden über die weiteren und möglichen anfallenden Gebühren informiert. Ergeben sich keine Verteidigungsmöglichkeiten, dann wird die Sache ohne weitere Bearbeitung ad acta gelegt. Der Kostenaufwand bewegt sich daher bei zunächst ca. brutto EUR 49,00.

Kostenbeispiel bei einem Strafbefehl wegen Betrug

So trat z. B. ein Mandant mit der Frage an mich heran, ob es denn sinnvoll wäre, gegen einen Strafbefehl wegen 16-fachen Betruges und 90 Tagessätzen (Keine Eintragung im Führungszeugnis) noch einen Einspruch einzulegen. Der Einspruch wäre -offensichtlich- weder dem Grunde nach noch der Höhe nach sinnvoll gewesen, sodass dem Mandanten im Rahmen der kostenlosen anwaltlichen Erstberatung mitgeteilt wurde, dass kein Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt werden sollte. Volle Kostenkontrolle für den Mandanten und dennoch eine Ersteinschätzung erlangt.

Wie hoch sind die Gebühren im Falle einer weitergehenden Verteidigung?

Diese Frage kann ich Ihnen vorab nicht beantworten, denn wie gesagt, dies entscheidet sich nach dem Inhalt der Akteneinsicht und danach, ob z. B. ein Gerichtstermin folgt. Die Gebühren bewegen sich aber immer in einem für beide Seiten akzeptablen Bereich. Dies muss auch so sein, denn wenn Sie z. B. einen Strafbefehl mit 30 Tagessätzen á 10,00 EUR bekommen haben, dann werden Sie sicherlich kaum für nochmals EUR 650,00 einen Strafverteidiger beauftragen.

Bestellen der Akteneinsicht für brutto EUR 49,00

Axel Schwier


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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