Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Streit um Wildtiere im Zirkus

Rechtstipp vom 27.04.2016
(6)
Streit um Wildtiere im Zirkus
Die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft ist schon lange umstritten.

Tierschützern ist die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft seit Langem ein Dorn im Auge. Die ist zwar mit umfangreichen Auflagen verbunden, grundsätzlich verboten ist sie aber nicht. Anderenfalls wäre der Betrieb eines Zoos oder Zirkus zumindest in der heutigen Form nicht mehr möglich.

Vergabe des Volksfestplatzes verweigert

Vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (Bay. VGH) wird ab heute ein Fall verhandelt, in dem die Große Kreisstadt Erding ihren Volksfestplatz nicht an einen Zirkus vergeben wollte, zu dessen Shows auch exotische Großwildtiere gehören.

Der Zirkusinhaber möchte aber nicht auf die Auftritte seiner Elefanten und Braunbären verzichten und klagte daher gegen die Versagung der Stadt. Ob diese tatsächlich rechtswidrig war oder nicht, wird der VGH gegebenenfalls später entscheiden.

(Bay. VGH, Terminvorschau f. 27.04.2016)

Braunbär Ben vom Zirkus getrennt

Vor Kurzem hat sich der Bay. VGH schon einmal mit einer Zirkusfrage beschäftigt. In diesem Fall war dem Betreiber sein Braunbär „Ben“ weggenommen worden. Nach Einschätzung der Amtstierärztin war das Tier nämlich erheblich vernachlässigt worden.

So war der Bär über längere Zeit in einem dunklen – und nur 3,52 x 2,41 Meter großen – abgetrennten Bereich des Bärenwagens eingesperrt worden. Er hatte weder Zugang zu einem Außengehege noch sonst eine Möglichkeit, sich artgerecht zu beschäftigen.

Außerdem gab es Sicherheitsbedenken – in Bezug auf das grundsätzlich vorhandene Außengehege und auch den Bärenwagen selbst. Der hatte offenbar einen Spalt, durch den Kinder theoretisch in den Käfig hineinfassen hätten können – schwerste Verletzungen hätten gedroht.

In einem Eilverfahren bestätigte der Bay. VGH daher, dass das Landratsamt rechtmäßig gehandelt hat, indem es dem Zirkus den Bären weggenommen und in eine behördliche Auffangstation gebracht hat.

Das letzte Wort muss damit allerdings noch nicht gesprochen sein. Dem Eilverfahren könnte noch ein Hauptsacheverfahren folgen, in dem der Sachverhalt noch einmal ausführlicher geprüft und neu entschieden wird.

(Bay. VGH, Pressemitteilung v. 21.04.2016, Az.: 9 CS 16.539)

(ADS)

Foto : ©Fotolia.com/kostin77


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Recht rund ums Tier

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.