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Streitigkeiten rund um das Erbrecht – Klage statt Erbscheinsverfahren?

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Stellt der Erbe einen Antrag auf Erteilung eines Erbscheins, erhält er in den meisten Fällen unproblematisch einen Erbschein als Zeugnis über sein Erbrecht.

Dass dahinter kein klassischer behördlicher Vorgang, wie etwa der Antrag auf Rente, steckt, sondern ein gerichtliches Erbscheinsverfahren, ist oft nicht erkennbar, insbesondere, wenn es keinerlei Schwierigkeiten gibt. Tatsächlich ist ein solches Erbscheinsverfahren einem zivilrechtlichen Verfahren mit Kläger und Beklagtem nicht unähnlich, auch wenn so manche Besonderheit besteht. Dies wird dann deutlich, wenn sich verschiedene Beteiligte um das Erbrecht streiten, insbesondere, wenn Testamente nicht eindeutig sind, dem Erblasser Testierunfähigkeit vorgeworfen wird oder mehrere Testamente existieren und daher mehrere Personen für sich beanspruchen, Erbe zu sein.

Im Erbscheinsverfahren ist es möglich, solche Fragen ähnlich wie in einem Gerichtsverfahren klären zu lassen. Man kann sich das Erbrecht also direkt im Erbscheinsverfahren erstreiten. Das Verfahren beginnt durch Stellung des Antrages. Wenn ein solcher Antrag bereits von einer anderen Person gestellt wurde, muss die Zurückweisung dieses Antrages beantragt werden. Teilweise werden die Entscheidungen dann direkt vom Nachlasspfleger und nicht von einem Richter getroffen. Gegen die Entscheidung des Nachlassgerichts kann Beschwerde eingelegt werden.

Das Erbscheinsverfahren hat den Vorteil, dass hier der Amtsermittlungsgrundsatz gilt. Das heißt, das Gericht muss selbstständig ermitteln.

Eine andere Möglichkeit ist hingegen eine Erbenfeststellungsklage, die nicht beim Nachlassgericht, sondern beim „normalen“ Zivilgericht erhoben wird.

Vorteil bei einer Erbenfeststellungsklage ist, dass man sie auch nach Ende des Erbscheinsverfahrens noch erheben kann. Selbst, wenn man im Erbscheinsverfahren verloren hat, kann man diese Klage daher noch erheben, da die Richter nicht an die Entscheidung im Erbscheinsverfahren gebunden sind.

Nach den zwei Instanzen im Erbscheinsverfahren hat man daher nochmals mehrere Instanzen, um dennoch zu seinem Recht zu kommen. Hier wäre theoretisch sogar eine Verfassungsbeschwerde möglich, die im Erbscheinsverfahren nicht möglich ist.

Hier gilt sodann die sogenannte Parteimaxime, das Gericht beachtet also nur, was die Parteien selbst vorgetragen und unter Beweis gestellt haben. Wer daher nur wenige Informationen hat, sollte sich eher auf das Erbscheinsverfahren verlassen.

Vor- oder auch Nachteil im Zivilprozess ist, dass der Verlierer alle Kosten trägt, während das Gericht im Erbscheinsverfahren die Kosten verteilen kann, wie es dies für angemessen hält. Es kann also sein, dass man im Erbscheinsverfahren gewinnt und einen Erbschein erhält, aber dennoch einen Teil oder sogar alle Kosten tragen muss.

Frau Rechtsanwältin Janina Wetzel (Rechtsanwaltskanzlei KSR, Nürnberg) ist schwerpunktmäßig auf den Gebieten des Erbrechts und des Bank- und Kapitalmarktrechts tätig. Ihre auf diesen Rechtsgebieten erworbene Expertise befähigt sie, Mandanten im Erbrecht insbesondere im Zusammenhang mit Immobilien, Darlehensfinanzierungen oder Kapitalanlagen jeder Art umfassend, rechtsgebietsübergreifend und kompetent zu beraten.

Frau Rechtsanwältin Wetzel berät und vertritt Mandanten in allen Fragen des Erbrechts, sowohl bei der Erstellung von Verfügungen von Todes wegen (Erbvertrag/Testament) als auch, wenn der Erbfall eingetreten ist, insbesondere in Bezug auf Erbauseinandersetzung, Durchsetzung von Vermächtnissen und Pflichtteilsansprüchen außergerichtlich und gerichtlich in ganz Deutschland. Im Bereich des Bank- und Kapitalmarktrechts berät und vertritt Frau Rechtsanwältin Wetzel Mandanten insbesondere in Zusammenhang mit dem Abschluss und der Beendigung von Darlehensverträgen und fehlgeschlagenen Kapitalanlagen, dort v. a. Schrottimmobilien. Daneben ist Frau Rechtsanwältin Wetzel auch im Bereich des Anwaltshaftungsrechts tätig.

Die Kanzlei KSR berät als Fachanwaltskanzlei für den Bereich des Bank- und Kapitalmarktrechts ausschließlich geschädigte Anleger und Bankkunden aus ganz Deutschland und vertritt deren Interessen erfolgreich vor Gerichten deutschlandweit insbesondere gegenüber Anlageberatern, Banken und Spar-kassen sowie Prospektverantwortlichen. Daneben zählen zu den Tätigkeitsschwerpunkten der KSR auch das Erbrecht, das Immobilienrecht, das Baurecht und der Bereich der Anwaltshaftung.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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