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Studienzeit - Tipps zum Studentenjob

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Studienzeit - Tipps zum Studentenjob
Ein Studentenjob: Für Viele eine wichtige Geldquelle.

Wer studiert, braucht Geld. Ein Studentenjob bringt neben finanziellem Spielraum auch praktische Erfahrungen. Allerdings gibt es dabei einige Besonderheiten zu beachten, um am Ende nicht draufzuzahlen. Zum Thema Arbeiten und Zuverdienst im Studium will das anwalt.de-Redaktionsteam deshalb ein paar Antworten geben.

Bin ich als Student auch gleichberechtigter Mitarbeiter?

Als Student hat man die gleichen Ansprüche wie die anderen Mitarbeiter. Das heißt, es ist der gleiche Lohn und entsprechender Urlaub zu gewähren. Im Krankheitsfall ist das Entgelt sechs Wochen weiterzuzahlen. Auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gibt es, wenn dies tariflich, durch Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt ist.

Wenn ich arbeite, gehört mir doch der gesamte Lohn?

Grundsätzlich ja. War man aber noch keine 25 Jahre alt, zuzüglich eventuell abgeleisteter Zeiten für Wehr-/Zivildienst oder einen Ersatzdienst in der Entwicklungshilfe, kann das beim Kindergeld im Jahr 2011 noch zu Einbußen führen, wenn man mehr als 8004 Euro brutto im Jahr verdient hat. Dazu zählen auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld und Einkünfte etwa aus Kapitalanlagen oder Waisenrenten sowie Stipendien - ein BAföG-Darlehen dagegen nicht. 8004 Euro war der Betrag, der nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und Werbungskostenpauschale nicht überschritten werden durfte. Eine für Studenten in Betracht kommende Möglichkeit, diesen Betrag zu erhöhen, ist über die Werbungskosten der Fall. Gelingt der Nachweis ausbildungsbedingter Ausgaben von mehr als 1000 Euro im Jahr 2011 gegenüber der Familienkasse, kann das die Werbungskosten erhöhen. Dazu zählen insbesondere Bücher, Fachzeitschriften und Studiengebühren. Entsprechend durfte mehr verdient werden. Aber aufgepasst! Nur ein Euro über der Verdienstgrenze und das Kindergeld ist für den Bewilligungszeitraum zurückzuzahlen, wie das Bundesverfassungsgericht entschied (BVerfG, Beschluss v. 27.7.2010, Az.: 2 BvR 2122/09). Bei je 184 Euro monatlich für die ersten beiden Kinder und sogar noch mehr für weitere Kinder keine unbedeutende Summe, je nachdem welches Kind davon zu viel verdient hat.

Aufgrund des damit verbundenen Aufwands dürfte es alle freuen, dass dank des Steuervereinfachungsgesetzes die Verdienstgrenze am 1.1.2012 abgeschafft wurde. Bis zum Abschluss eines Erststudiums kann zukünftig ohne Gefahr für das Kindergeld dazuverdient werden.

Ich bekomme BAföG. Kann es durch zu viel Verdienst gefährdet werden?

Ja. Um das Bundesausbildungsförderungsgeld nicht zu schmälern, dürfen unverheiratete Studierende und solche ohne Kinder außerhalb von Pflichtpraktika im Bewilligungszeitraum nicht mehr als 4880 Euro brutto verdienen. Pro Euro zu viel verliert man beim BAföG sonst 0,785 Euro, bis es schließlich komplett aufgebraucht ist. Werbungskosten und Freibeträge sind in diesen Betrag schon einberechnet. Arbeitet man als Selbstständiger, sind es sogar nur 3880 Euro, da Werbungskosten nur Arbeitnehmer betreffen. Stipendien bleiben bis zu einer Höhe von 300 Euro unberücksichtigt, wenn sie leistungs- und begabungsbezogen vergeben sind. Anderenfalls zählen auch sie zum Einkommen. Möglichkeit zur Erhöhung der Grenze: Durch Ausbildungsausgaben, die von keinem Dritten gefördert werden, können auf Antrag bis zu 205 Euro monatlich mehr verdient werden.

Auf was muss ich beim Verdienen noch aufpassen?

Bei einer geringfügigen Beschäftigung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder dauerhaft arbeiten und nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen oder ohne 400-Euro-Grenze - von Beginn an festgelegt - im Kalenderjahr nicht länger als 2 Monate bei einer vollen 5-Tage-Woche bzw. 50 Arbeitstage bei einer kürzeren Arbeitswoche arbeiten. Auf die Anzahl dieser auch Minijobs genannten Beschäftigungen kommt es nicht an. Die Löhne mehrerer Minijobs werden zusammengerechnet.

Bei einem 400-Euro-Job zahlt nur der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer in Höhe von ca. 120 Euro. Wer will, darf freiwillig für seine spätere Rente Beiträge zahlen. Verdient man nur einen Cent mehr als 400 Euro, wird der Minijob zum sogenannten Midijob und man hat neben dem Arbeitgeber Rentenversicherungsbeiträge abzuführen. Der Verdienst sinkt dadurch zunächst wieder unter 400 Euro, da Sozialversicherungsabgaben sich nun negativ auswirken. Bis 800 Euro steigen die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung dann gleitend an, bis Arbeitgeber und -nehmer ab 800 Euro jeweils die Hälfte zahlen.

Darf ich ohne Probleme beliebig lange arbeiten?

Es kommt darauf an, wann gearbeitet wird. Das Arbeiten soll das Studieren nicht überwiegen. Der Gesetzgeber hat deshalb Grenzen festgesetzt, die auch 2012 weiter gelten. Länger als 20 Arbeitsstunden pro Woche und mehr als 26 Arbeitswochen im Jahr sollte nicht gearbeitet werden. Bei vorwiegender Arbeit am Wochenende, am Abend und in der Nacht kann länger gearbeitet werden, wenn nachgewiesen wird, dass das Studieren nicht beeinträchtigt wird. In den Semesterferien und bei vorgeschriebenen Praktika gilt diese Arbeitszeitgrenze jedoch nicht. Hier darf so lange gearbeitet werden, wie Arbeitsschutzbestimmungen es zulassen.

Wird mehr gearbeitet, ist der vorteilhafte Studentenstatus weg und man wird gesetzlich als Arbeitnehmer behandelt. Infolgedessen geht die Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse der Eltern verloren, die noch für alle unter 25-Jährigen besteht. Der gesamte Job wird außerdem sozialversicherungspflichtig. Auf einmal sind dann nicht nur Krankenkassen-, sondern auch Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig - gegebenenfalls auch rückwirkend -, was sich finanziell erheblich auswirken kann. Wer privat krankenversichert ist, muss in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Mehrarbeit sollte daher gut überlegt sein.

(GUE)

 

Foto : ©Fotolia.com/contrastwerkstatt

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