Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Sturmschaden: Wer zahlt den Schaden? Was ist zu beachten?

Rechtstipp vom 26.04.2019
(1)

Vielerorts bot sich in Deutschland ein Bild der Verwüstung durch die Sturmereignisse der vergangenen Wochen. Ob es sich hierbei um Schäden an Häusern, Autos oder Gegenständen im Freien handelt: Immer stellt sich die Frage, ob der Schaden versichert ist bzw. wie er reguliert wird. Daher möchten wir Ihnen heute einen Überblick über die dringendsten Fragen nach einem Sturmschaden, insbesondere über Sturmschäden am Auto, geben.

Sturm – was ist das?

So banal sich die Frage anhört, entscheidend ist sie für die Regulierung von Sturmschäden. Ob ein Sturm ursächlich für einen Schaden war, richtet sich nach der Definition für Sturm. So spricht man prinzipiell ab einer Windstärke von 8 bzw. ab 61 km/h von einem Sturm. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen kann hier jedoch auch weiterhelfen.

Prinzipiell erwarten die Versicherungsunternehmen bei der Regulierung von Sturmschäden, dass der Geschädigte das Sturmereignis nachweist. Im Gegensatz beispielsweise zu Einbruchschäden ist dieser Nachweis jedoch leicht zu erbringen. Es reicht hierbei der Nachweis durch den Wetterbericht oder die mediale Berichterstattung. Schlimmstenfalls muss ein Wettergutachten durch den Deutschen Wetterdienst vorgelegt werden.

Die Frage der Haftung für Sturmschäden

Prinzipiell ist eine Kaskoversicherung vorteilhaft. Dennoch stellt sich auch immer die Frage, ob im Falle eines Sturmschadens nicht auch der Eigentümer des Baums, des Gebäudes oder Gegenstandes in Haftung genommen werden kann. Dabei muss ihm nachgewiesen werden, dass er seine Verkehrssicherungspflicht nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen hat. Dem Eigentümer beispielsweise eines Baumes obliegt die Pflicht, dafür zu sorgen, dass dieser keine Gefahrenquelle darstellt. Der Geschädigte muss ihm eine Pflichtverletzung nachweisen, was nicht ganz einfach ist. Hier müssen nicht nur Zeugenaussagen herangezogen, sondern es muss unter Umständen ein Gutachten erstellt werden, durch das nachgewiesen wird, in welchem Gesundheitszustand sich ein Baum vor dem Ereignis befunden hat. War der Baum nachweislich gesund oder kann diese Frage nicht geklärt werden, ist eine Haftung des Eigentümers nahezu ausgeschlossen.

Die Regulierung von Sturmschäden am Auto durch die Versicherung

Bei der Autoversicherung unterscheidet man die Teil- und die Vollkaskoversicherung. Die Teilkaskoversicherung reguliert lediglich die unmittelbaren durch einen Sturm eingetretenen Schäden, wie beispielsweise Schäden durch herabfallende Äste, Bäume oder Gegenstände.

Kommt es hingegen zu einem Unfall mit einem Gegenstand, der sich nach einem Sturm auf der Straße befindet, muss der Schaden über die Vollkaskoversicherung reguliert werden. Der Sturm stellt in diesem Fall nur den mittelbaren Grund für den Unfall dar.

Immer wieder problematisch wird es bei Schäden, bei denen der direkte Zusammenhang zum Sturm fehlt. So weigern sich zum Beispiel die Versicherungen einen Schaden zu regulieren, der durch einen losen Ast entstanden ist, welcher Tage nach dem Sturm auf ein Auto stürzt. Ihnen und auch vielen Gerichten fehlt hier der direkte Zusammenhang. Doch es gibt auch andere Gerichtsurteile. So hat beispielsweise das OLG Hamm in einem Urteil vom 25.09.2017 (Az.: 6 U 191/15) einem Geschädigten Recht gegeben, dass die Versicherung auch den Schaden an einem Haus reguliert, welcher durch einen sechs Tage nach dem Sturm herabfallenden Baum entstanden ist.

Tipp:

Sturmschäden bergen immer ein gewisses Konfliktpotential, da die Versicherungen Schäden nicht oder nur begrenzt regulieren und sich dabei immer auf eine Vielzahl von Gerichtsurteilen stützen. Es gibt jedoch auch Urteile im Sinne der Geschädigten. Nehmen Sie daher stets rechtsanwaltliche Hilfe in Anspruch, um die Schadensregulierung oder das Vergleichsangebot Ihrer Versicherung zu überprüfen. Hier gibt es oftmals Handlungsmöglichkeiten, die dem Geschädigten sehr entgegenkommen.

Gerne können wir Sie in Ihrer Angelegenheit beraten und anwaltlich vertreten. Ausdrücklich möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass wir keine kostenlose Beratung anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus dem Internet können wir auch Nachfragen zu diesem Artikel grundsätzlich nicht kostenlos beantworten.

Ihre KGK-Rechtsanwälte aus Köln-Rodenkirchen


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Ihre Spezialisten

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.