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Super-Gau bei Lebensversicherungen: Ist der Kollaps unausweichlich?

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Früher galt die Lebensversicherung als DAS Produkt, um sich und seine Liebsten im Alter abzusichern. Die Versprechen der Versicherer lockten Unmengen an Kunden zur Vertragsunterzeichnung. Doch heute sieht das alles ganz anders aus. Viele Versicherer geben die Sparte der Lebensversicherungen nach und nach auf und kämpfen teilweise sogar um‘s Überleben. Warum das so ist, haben wir zusammengefasst!

Um der aktuellen Misere auf den Grund zu gehen, muss man mehrere negative Faktoren betrachten. In Kombination aber sind diese fast schon die Prophezeiung des Super-Gaus für die Lebensversicherung.

I) Policen aus der Hochphase werden nun fällig!

Ab dem 01. Januar 2005 gilt, dass für Kapitallebensversicherungen keine steuerlichen Vorteile mehr gelten. Als dies im Jahr 2004 bekannt wurde, boomte die Branche, da jeder noch kurzfristig eine Lebensversicherung abschließen wollte. Die Versicherer konnte sich vor dem Ansturm kaum retten. Nun werden genau diese Verträge nach und nach fällig, was die Versicherer in eine akute Notlage bringt. Um weiterhin liquide zu bleiben, treten nun Sparmaßnahmen, wie Mitarbeiterentlassungen in Kraft. Auf Dauer wird selbst damit eine Sicherung der Liquidität schwierig.

II) Niedrigzinsphase

Klar, die Niedrigzinsphase trägt natürlich auch ihren Teil zur aktuell schlechten Lage der Versicherer bei. Es werden nur noch Renditen erzielt, die teilweise weit unter dem Betrag liegen, den die Versicherer an ihre Kunden auszahlen müssten. Selbst die häufig eingestellten Risk Manager – Versicherungsmathematiker – können hierbei kaum noch helfen. In vielen Fällen verzögert man das Problem nur, anstatt es zu lösen.

III) Niedrigzinspolitik der EZB

Besonders der Chef der Europäischen Zentralbank Draghi steht hierbei häufig in der Kritik. Zwar verhindert seine Niedrigzinspolitik die Pleite von Staaten, jedoch bringt sie im Endeffekt auch den „kleinen“ Verbraucher in eine Misslage, da durch die aktuell niedrigen Zinsen ihre Altersvorsorge in Gefahr schwebt.

IV) Falsches Kostenmanagement der Versicherer

Wer nun denkt, dass die Versicherer unschuldig an der aktuellen Lage sind, ist weit gefehlt. Jahrelang wurde in der Versicherungsbranche keinerlei Wert auf Sicherheit oder Kundenorientierung gelegt. Wurde Geld eingenommen, so floss dies häufig direkt in die Provisionen der Versicherungsmakler oder wurde Teil des realitätsfernen Belohnungssystems im Bereich der Versicherungen. Effektivität und vorausschauendes Handeln war hier Fehlanzeige. Auch der Druck, der auf den Schultern der Versicherer lastete, machte die Versicherungsbranche zu einer Vertriebsmaschinerie und verlor so die eigentliche Aufgabe – Sicherheit und Schutz des Kunden – aus den Augen. Die aktuelle Misere und der zu erwartende Kollaps trifft also bei weitem kein gesundes System, das durch Fremdverschulden in eine Notlage geraten ist, nein.

Was also tun?

Unter Umständen besteht für Versicherte die Möglichkeit dem Vertrag ihrer Lebensversicherung zu widersprechen, sofern in diesem formale oder inhaltliche Fehler enthalten sind. Ist der Widerspruch erfolgreich, so setzt dies eine Rückabwicklung in Gange, durch die Sie Ihre eingezahlten Beiträge zurückbekommen. Wir beraten Sie dazu gerne umfassend!


Rechtstipp vom 02.02.2018

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