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Taubenbefall kein Minderungsgrund

Rechtstipp vom 17.09.2010
Rechtstipp vom 17.09.2010
Taubenbefall kein Minderungsgrund
Tauben in der Innenstadt sind ein typisches Großstadtphänomen.

In Großstädten sorgen die Tauben mancherorts für reichlich Ärger. Das Amtsgericht München hatte über den Fall einer Mieterin zu entscheiden, die wegen des Taubenbefalls ihre Miete gemindert hatte. Die Tiere hatten immer wieder versucht, sich auf dem Balkon einzunisten, und reichlich Schmutz hinterlassen. Nachdem sich eine Minderungssumme von 620 Euro angesammelt hatte, zog der Vermieter vor Gericht. Der Münchner Richter verurteilte die Mieterin auf Zahlung der Restmiete, weil der Taubenbefall in einer Großstadt ein typisches Phänomen darstellt, das zu keiner Mietminderung berechtigt.

Eine solche Situation ist dem allgemeinen Lebensrisiko zuzurechnen und mit allgemein auftretenden Vorkommnissen vergleichbar, etwa wenn im Sommer vermehrt Stechmücken auftreten oder wenn Maulwürfe den angemieteten Garten befallen. Daher kann der Mieter deshalb in der Regel die Miete nicht mindern. Höchstens in Ausnahmefällen, in denen der Vermieter speziell für den Taubenbefall verantwortlich ist, etwa wenn er die Tiere vorsätzlich anlockt und anfüttert, kommt ein Minderungsanspruch infrage.

(Amtsgericht München, Urteil v. 11.06.2010, Az.: 461 C 19454/09)

(WEL)

Foto : ©iStockphoto.com


Rechtstipp aus der Themenwelt Mietwohnung und dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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