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Teilzeitarbeit: Der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten

Rechtstipp vom 09.03.2016
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Rechtstipp vom 09.03.2016
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Viele Arbeitnehmer wünschen sich, flexiblere Arbeitszeiten zu haben. Regelungen zur Teilzeit finden sich im Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG). Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, deren Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, können nach diesem Gesetz von ihrem Arbeitgeber verlangen, dass ihre bisherige vertragliche Arbeitszeit reduziert wird.

Beachte:

Reduziert sich die Arbeitszeit, sinkt auch die Vergütung!

Diese Regelung gilt jedoch regelmäßig nur in Betrieben mit mehr als fünfzehn Arbeitnehmern. Grund hierfür ist der Schutz „kleinerer“ Arbeitgeber.

Grundsätzlich muss der der Arbeitgeber sowohl der Verringerung der Arbeitszeit, als auch der gewünschten Verteilung der Arbeitszeit zustimmen. Etwas anders gilt nur dann, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen.

Solche „betrieblichen Gründe“ sind nach dem Gesetzeswortlaut etwa dann anzunehmen, wenn die Arbeitszeitverringerung die betriebliche Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht.

Das Problem für den Arbeitgeber wird es in der Regel sein, eine adäquate Ersatzkraft für den „teilzeitwilligen Arbeitnehmer“ zu finden. Der Arbeitgeber kann daher den Teilzeitwunsch ablehnen, wenn eine innerbetriebliche Lösung (etwa durch Umorganisation) nicht möglich ist und er sich vergebens um eine Ersatzkraft innerhalb oder außerhalb des Betriebes (ernsthaft) bemüht hat.

Bei der Durchsetzung seines Teilzeitverlangens gilt es Folgendes zu beachten:

1. Der Antrag muss spätestens drei Monate vor dem Beginn der geplanten Teilzeit beim Arbeitgeber gestellt werden. Dies kann schriftlich aber auch mündlich erfolgen.

2. Die gewünschte Aufteilung der Arbeitszeit (vormittags oder nachmittags, Wochentage etc.) sollte vom Arbeitnehmer angegeben werden.

3. Besprechung mit dem Arbeitgeber: Anschließend hat ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stattzufinden, mit dem Ziel, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

4. Schriftliche Mitteilung: Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung seine Entscheidung über den gestellten Antrag schriftlich mitzuteilen.

Wichtig:

Versäumt der Arbeitgeber diese Frist oder teilt er seine Entscheidung dem Arbeitnehmer nur mündlich mit, verringert sich die Arbeitszeit automatisch und zwar in dem vom Arbeitnehmer beantragten Umfang inklusiv der gewünschten Arbeitsaufteilung.

Wird der Antrag vom Arbeitgeber unberechtigt abgelehnt, so kann der Arbeitnehmer den Teilzeitanspruch gerichtlich durchsetzen lassen. Eine erneute Arbeitszeitverringerung kann allerdings erst wieder nach Ablauf von zwei Jahren (nachdem der Arbeitgeber bereits einer Verringerung zugestimmt oder diese berechtigt abgelehnt hat) beantragt werden.

Anmerkung:

Eltern in Elternzeit bietet das Bundeserziehungsgeldgesetz erweiterte Möglichkeiten. Hier kann Teilzeitarbeit (höchstens 30 Wochenstunden) vom Arbeitgeber verlangt werden! Dies kann vom Arbeitgeber in der Regel nur bei Vorliegen von dringenden betrieblichen Gründen abgelehnt werden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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